Ortsdurchfahrt Tüfteln in letzter Minute

SWP 16.05.2018

Kurz vor knapp tauchte im Heininger Gemeinderat noch eine Frage von einiger Bedeutung auf: Wird in der Innenkurve der Ortsdurchfahrt beim Haus Elektro Schmid eigentlich nur ein niedriger Randstein verlegt?, erkundigte sich Claudia Schlürmann (Frauen­liste). Bürgermeister Norbert Aufrecht hat sich das just „vor einer Stunde“ auch gefragt und musste passen. Der stellvertretende Verbandsbaumeister Franz Strauß bestätigte den „Verdacht“: Ja, nur ein Niederbord von drei Zentimetern. Das war schon an anderer Stelle, an der Außenkurve gegenüber dem Rathaus, als Problem gesehen worden. Niederbord sei schlecht für die Sicherheit der Fußgänger, das könnten Autos ohne weiteres überfahren. Rolf Reick (Freie Wähler)  bekräftigte das jetzt wieder. Er komme jeden Tag durch eine Ortsdurchfahrt mit Niederbord, da werde drübergefahren.  Gegenüber dem Heininger Rathaus kann das so nicht passieren, dort kommt Hochbord. Aber jetzt ist das Thema in die recht enge Kurve hinter dem Heininger Rathaus gewandert. Und da wohl gleich beidseitig. Auch an der Außenkurve werde man den flachen Randstein setzen müssen, so Strauß. Wegen der Höhenverhältnisse.

Warum in der Innenkurve? Es sind die Höhenunterschiede, sagt Strauß. Es gebe Hauseinfahrten, da müsse man sowieso runter auf Niederbord, und weiter hinten liegt die Bushaltestelle Ecke Kirchstraße, wo man auf 18 Zentimeter hoch müsse wegen des barrierefreien Einsteigens. Wenn jetzt noch in der Kurve ein Auf und Ab von drei auf zwölf Zentimeter hinzukäme, sei das nicht schön und eine Verschlechterung für die Fußgänger. Man müsse bereits darauf achten, dass die Querneigungen im Gehweg für einen Rollator noch passten. Winterglätte wäre auch ein Problem. Strauß: „Wir müssen in den sauren Apfel beißen.“

Was kann man für die Fußgängersicherheit tun? Poller setzen gehe nicht, sagt Strauß, an dieser Kurve sei der Gehweg zu schmal. Er setzt auf anderes: Die Straße werde beim Umbau verbreitert und gleichzeitig optisch verengt, an den Rändern wird ein Doppel-Streifen von 30 Zentimeter breiten Steinen verlegt, der innere gehört noch zur Straße. Und was die Lkw betreffe: Die könnten auch einen zwölf Zentimeter hohen Bordstein überrollen.

Wenn schon in der Innenkurve Niederbord, wo der Gehweg schmal ist, dann solle wenigstens an der Außenkurve Hochbord sein, fordert Kirsten Lorenz (Frauenliste). Dann könnten die Fußgänger auf die andere Seite wechseln. Es gehe um die Sicherheit, auch gefühlte Sicherheit. Matthias Kreuzinger (CDU) sieht das auch so. Wenn man auf beiden Seiten einen überfahrbaren Bordstein habe, „finde ich das schon ein bisschen viel“. Egal ob man die Straße verbreitere – da kämen nie zwei Lkw aneinander vorbei. Bürgermeister Aufrecht nimmt die Anregung mit in eine Besprechung mit den Fachleuten.

Am 14./15. Juni soll der Einbau der Asphalttragschicht laufen, dann haben die Anlieger wieder eine Straße. Die Baustelle wandert dann weiter bis zur Bezgenrieter Straße. Mit den 80 Schadensfällen an alten Hausanschlussleitungen könnte man schon aus dem Gröbsten raus sein, meint Strauß. Wie damals gearbeitet wurde: „Man kann nicht sagen: es war Pfusch. Es war Stand der Technik. Beton hat damals nichts gekostet. Man hat riesige Betonklumpen draufgesetzt.“

Die Umleitung bleibt nervig. An der Abzweigung Hauptstraße/Mörikestraße sei es weiterhin ungut, sagt Kreuzinger. Wenn einer  gradeaus in die Ortsmitte rein wolle, nähmen ihm die Abbieger von der Mörikestraße die Vorfahrt und schnitten die Kurve. „Extrem“ findet Claudia Schlürmann die Situation an der Bezgenrieter Straße/Breite Straße, wo sich’s in Stoßzeiten in jeder Richtung zurückstaue. „Die Leute fahren reihenweise über den Randstein.“ Eine helle Katastrophe, sagt auch Oliver Grässle (CDU).  Wer sich auskenne, fahre über die Uhlandstraße. Letzteres darf sein, findet Bürgermeister Aufrecht. Der Busunternehmer wolle die Uhlandstraße auch nutzen, sagt Bauverwaltungsamtsleiterin Aida Scheiring, und zwar in einer Fahrtrichtung.