Bürgermeisterwahl Troy Dutta ist neuer Bürgermeister von Wangen

Wangen / Kristina Betz 25.02.2018

Ein Raunen geht durch die Menge, als Wahlausschussleiter Uwe Uebele das Ergebnis verliest: 59,3 Prozent der Stimmen erhielt Troy Dutta im zweiten Wahlgang der Wangener Bürgermeisterwahl. Damit ist der 41-Jährige neuer Rathauschef und löst Daniel Frey ab. Der bisherige Amtsinhaber war nach acht Jahren nur noch auf 37,3 Prozent gekommen. Lediglich 2,9 Prozent der Stimmen konnte Herausforderer Martin Gundelach für sich gewinnen, elf waren es im ersten Wahlgang. Fünf Stimmenbekam Dauerkandidatin Friedhild Miller. Beide waren gestern Abend nicht zur Bekanntgabe der Ergebnisse ins Kinderhaus gekommen.

Das Ergebnis gleicht einem Paukenschlag, der am Ende eines turbulenten Wahlkampfes steht. Dementsprechend erleichtert zeigte sich Troy Dutta. Der Wahlausgang sei eine „große Erleichterung“. Der frisch gewählte Bürgermeister, der bereits im ersten Wahlgang 47 Prozent erreicht hatte, zeigte sich in seiner Rede überwältigt: „Das Ergebnis ist wunderschön, einfach toll“. Er habe nicht damit gerechnet, dass die Entscheidung so deutlich ausfalle. „Aber das zeigt, dass viele Menschen hinter mir stehen.“

Von 2593 Wahlberechtigten im Ort wurden 1768 gültige Stimmen abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 68 Prozent. Auch am Sonntagabend waren viele Besucher ins Kinderhaus gekommen, unter anderem auch die Bürgermeister der umliegenden Schurwaldgemeinden.

Daniel Frey zeigte sich offen enttäuscht über das deutliche Ergebnis. Groll hege er aber keinen, sagt der 40-Jährige nach der Verkündung des Ergebnisses. „Wangen hat gewählt und einen klaren Auftrag für die nächsten acht Jahre erteilt.“ Besonders für ihn sei der Wahlkampf „sehr hart, sehr intensiv“ gewesen, wie er sagt. „Ich wünsche mir, dass das jetzt ein Ende nimmt. Es muss jetzt auch gut sein.“

Der Wahlkampf vor dem ersten Wahlgang am 4. Februar sowie die Wochen vor dem gestrigen zweiten Wahlgang waren geprägt von Vorwürfen gegen Daniel Frey. Sieben Gemeinderäte hatten sich in einem Brandbrief kurz vor der Wahl an die Wangener gewandt und warfen dem Amtsinhaber Inkompetenz in mehreren Bereichen vor. Der Gegenschlag der Frey-Befürworter kam prompt. Ebenfalls in Briefform prangerten diese die Vorgehensweise der Brandbrief-Unterzeichner an. Kurz vor dem zweiten Wahlgang wandte sich eine weitere Gemeinderätin mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit, in dem sie Daniel Frey verteidigte. Die Stimmung im Ort kochte.

Der neu gewählte Bürgermeister Troy Dutta wird Anfang Mai sein Amt antreten. Bislang ist er Leiter der Ausländerbehörde im Göppinger  Landratsamt. Seine Aufgabe sei es jetzt, in Wangen alles wieder „in normale Bahnen zu lenken“. In Gesprächen habe er die Anspannung bemerkt. „Das war alles ziemlich viel für die Menschen im Ort“, schildert er seinen Eindruck. Er will künftig ein Bürgermeister für alles sein und das Gespräch mit den Bürgern suchen. Große Pläne für den Abend nach der Wahl habe er nicht, sagte der 41-Jährige am Sonntag. Seine Lebensgefährtin komme noch ins Kinderhaus nach Wangen und man wolle mit den Menschen vor Ort feiern.

Daniel Frey bleibt bis zum 30. April im Amt als Bürgermeister. „Ich muss das Ergebnis jetzt erst mal sacken lassen“, sagte er am Sonntagabend. Wie es für ihn nun weitergehe, das entscheide er zu gegebener Zeit.

Auch in Böhmenkirch wurde gewählt

Wiederwahl Amtsinhaber Matthias Nägele ist mit 52,54 Prozent nur knapp wiedergewählt worden. Obwohl er am Ende keinen wirklichen Herausforderer mehr hatte, ist es eng geworden für Matthias Nägele: Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Böhmenkirch erreichte der Amtsinhaber nur 52,54 Prozent der gültigen Stimmen.

Herausforderer Dagegen erhielt der Hausarzt Dr. Josef Brandner 41,1 Prozent, obwohl er seine Kandidatur zwei Wochen vor der Wahl zurückgezogen hatte. Auf den Stimmzetteln tauchte er trotzdem auf, weil die Wahlunterlagen nicht mehr verändert werden konnten. Dauerkandidatin Friedhild Miller landete bei 2,1 Prozent. Der sichtlich geschockte Matthias Nägele war am Ende zwar „glücklich, dass ich gewonnen habe“, räumte aber ein, dass er das schlechte Ergebnis erst einmal verdauen muss. Die Wahlbeteiligung in Böhmenkirch lag bei 52,69 Prozent.

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