Natur Trockenheit: Wasser aus Bächen und Flüssen tabu

Kreis Göppingen / SWP 11.08.2018

Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der großen Hitze führen die meisten Gewässer im Landkreis Göppingen nur noch wenig Wasser. Einige Filszuflüsse sind sogar bereits ausgetrocknet. Da auch mittelfristig keine grundlegende Wetteränderung und damit bis auf lokale Gewitterereignisse kein nennenswerter Niederschlag zu erwarten ist, bittet das Landratsamt Göppingen die Kreisbewohner, derzeit kein Wasser mehr im Rahmen des sogenannten Gemeingebrauchs aus oberirdischen Gewässern zu entnehmen. Ausgenommen hiervon ist die Fils unterhalb Geislingen, die aktuell noch ausreichend Wasser führt, heißt es in der Pressemitteilung.

Nach dem Wassergesetz kann Wasser im Rahmen des Gemeingebrauchs bei normalen Wasserständen mittels „Schöpfgerät“ – zum Beispiel Gießkanne – erlaubnisfrei aus einem Fließgewässer entnommen werden. Dies gilt jedoch nur, solange noch genügend Restwassermenge im Gewässer verbleibt, schreibt das Landratsamt. Vielfach werden zur Entnahme von Wasser kleine Pumpen verwendet. Die Verwendung von Pumpen müsse grundsätzlich beim Landratsamt Göppingen angezeigt werden. Die untere Wasserbehörde entscheide dann unter Berücksichtigung der Gewässersituation im Einzelfall, ob einer Entnahme zugestimmt und eine kostenpflichtige Erlaubnis ausgesprochen werden kann. Bei geringen Entnahmemengen sei es jedoch meistens günstiger, Leitungswasser zum Gießen zu verwenden. Dies sei auch bei Niedrigwasser aus ökologischer Sicht weitaus sinnvoller, als das wenige noch verbleibende Wasser aus einem Fließgewässer zu entnehmen.

Bei Niedrigwasser bestehe die Gefahr, dass die Gewässergüte und die Gewässerqualität erheblich beeinträchtigt werden. In der Folge könne es sogar zu Fischsterben kommen. „Jeder Kreisbewohner sollte sich deshalb derzeit bei der Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern eigenverantwortlich auf das Allernotwendigste beschränken“, appelliert die Kreisbehörde.

Es gelte im Übrigen zu beachten, dass die Abläufe aus den Kläranlagen, die auch in solchen Trockenphasen konstante Mengen gereinigtes Abwasser in die Gewässer einleiten, durch das geringe natürliche Wasseraufkommen häufig nicht mehr ausreichend verdünnt würden. Der Abwasseranteil in den Gewässern und damit die Belastung durch  Keime könne damit stark ansteigen, sodass dieses Wasser nicht mehr zum Gießen von Gemüse oder Früchten geeignet ist, die zum Verzehr vorgesehen sind. Wegen der Keimbelastung aus Abwassereinleitungen sollte auch nicht in Flüssen gebadet werden.

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