Adelberg/Börtlingen Treffen der CDU-Regionalfraktion zum Thema Windkraft

Windkraftgegner und CDU-Regionalräte trafen sich zum Thema Windkraftanlagen in Adelberg.
Windkraftgegner und CDU-Regionalräte trafen sich zum Thema Windkraftanlagen in Adelberg. © Foto: Werner Schmidt
Adelberg/Börtlingen / WERNER SCHMIDT 30.07.2015
Nicht nur der Artenschutz habe seinen Stellenwert bei der Auswahl von Windradstandorten, "auch die Menschen, die dort leben." Die CDU-Regionalfraktion sieht sich derzeit die Vorranggebiete für Windräder an.

Die CDU-Regionalpolitiker mit ihrem Vorsitzenden, dem Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer, trafen sich zum Thema Windkraft am Dienstagabend in Adelberg. Mit von der Partie waren nicht nur Kritiker der Planungen, sondern mit dem Wangener Bürgermeister Daniel Frey auch einer, der den Windkraftstandort auf seiner Gemarkung befürwortet. Vorgesehen sei diese auf dem Ex-Bundeswehrdepot zwischen Wangen und Schorndorf-Oberberken. Etwa 2000 Meter von der Wohnbebauung entfernt.

Ungefähr 200 Menschen kamen zum Treffen am Adelberger Klosterparkplatz. Unter ihnen waren zahlreiche in Bürgerinitiativen organisierte Windkraft-Gegner. Sie wiederholten ihre teils sehr emotionalen Argumente, sprachen den Infraschall an und verwiesen darauf, dass die Windräder in Baden-Württemberg nur an 13 von 100 Tagen in Betrieb seien. Die Dominanz in der Landschaft der mit Flügeln über 200 Meter hohen Windräder ist ein Argument, dem sich auch die CDU-Regionalfraktion nicht verschließt. Deshalb sei der Landschaftsschutz neben anderen Belangen wie Naturschutz sowie der Flugsicherheit zu berücksichtigen, sagte Pfeiffer.

Rund um Adelberg sind zwei Vorranggebiete geplant, mit - nach derzeitigem Stand - bis zu neun Windrädern. Gegen beide äußerte Adelbergs Bürgermeisterin Carmen Marquardt Argumente: Mit dem Gebiet, das die Bezeichnung GP 03 trägt, werde nicht nur der Erholungswert für den Menschen stark eingeschränkt. Durch ihren Standort verändere sich auch der Erholungsort Adelberg samt Kloster und der von vielen Menschen auch aus Stuttgart an den Wochenenden aufgesuchte Herrenbachstausee extrem.

Die Bürgermeisterin befürchtet außerdem, dass die nur etwa ein Kilometer Luftlinie vom Klosterpark entfernten Windkraft-Anlagen Einfluss auf die Entscheidungen der Investoren haben könnten, die dort Tagungshotels und Freizeitanlagen planen.

Der CDU-Abgeordnete Pfeiffer stellte zwar fest, dass mit den Windkraftanlagen die "Landschaft neu möbliert werde" und nicht jeder Standort geeignet sei: "Aber gute Standorte sollten gewählt werden. Es wird auch im Schurwald Standorte geben."

Die am Kaisersträßle möglichen Windräder würden nicht nur Adelberg, sondern auch das im Remstal gelegene Plüderhausen beeinflussen. Daher war der Reinhold-Maier-Turm in Börtlingen das zweite Ziel der Regionalräte. Aus 20 Metern Höhe blickten die Regionalräte auf den künftigen Standort, für den ein massiver Eingriff in den Waldbestand nötig werde: "Es kann nicht Sinn der Sache sein, dass ich den Wald abholze, wenn ich ein Windrad baue", gab der stellvertretende Bürgermeister von Plüderhausen, Ulrich Scheurer, zu bedenken.

"Der Wind hat sich gedreht. Die Leute sind heute gegen Windräder", sagte Scheurer. Pfeiffer stellte fest: "Im Moment sind nach offiziellem Stand alle Ampeln auf Grün. Dann muss eben der Gemeinderat sagen: Wir sind zu einer anderen Betrachtungsweise gekommen.'"

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel