Zell / Maren Bertits Im Jugendhaus in Zell betreut die studierte Psychologin Marlene Arnold Kinder und Jugendliche. Inhalte, die sie in ihrem Studium gelernt hat, kann sie während der Betreuungszeit anwenden.

„Während des Psychologiestudiums war mir schon klar, dass ich mal im sozialen Bereich arbeiten möchte“, berichtet Marlene Arnold. Seit Oktober vergangenen Jahres ist sie im Jugendhaus in Zell u.A. tätig. Davor waren zwei Jahre, in denen sich keine Fachkraft finden ließ. Sieben Ehrenamtliche haben sich in dieser Zeit um die Jugendarbeit in Zell gekümmert.

„Ich fühle mich hier sehr wohl“, betont die 24-Jährige, die in Wiesensteig wohnt. Am meisten gefällt ihr, mit Menschen zusammen zu arbeiten und ihnen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. „Das ist viel Wert und das schönste an diesem Job.“ Die Jugendsozialarbeiterin ist über den Träger der Bruderhaus-Diakonie angestellt, die auch einen Sitz in Deggingen hat. „Darüber bin ich nach Zell ins Jugendhaus gekommen“, erklärt die Sozialarbeiterin.

Die Ziele stehen für Arnold fest: Mehr Kinder und Jugendliche sollen ins Jugendhaus kommen. „Im Winter waren an manchen Tagen nur sehr wenige da oder auch mal niemand.“ Nun möchte sie es sich erarbeiten, ihren Wunsch nach und nach zu verwirklichen. Hierfür hat sie ein Forum geplant, auf dem Kinder ab zehn Jahren mitbestimmen und sich an neuen Projekten beteiligen können. „Im Jugendforum kann alles Thema sein, was die Kinder eben möchten“, sagt sie.

Arnold: „Jugendhaus beleben“

Momentan sei die Jüngste, die Arnold betreut, sechs Jahre alt, der Älteste 15 Jahre. „Am Dienstagnachmittag habe ich dann immer Kids-Day.“ Beides habe aber seinen Reiz, die Arbeit mit den Kleinen, genauso wie mit den Größeren. „Die Älteren kommen eher gegen abends, da kümmern sich die Ehrenamtlichen dann um die Aufsicht.“ Nebenbei arbeitet die studierte Psychologin in der Wohnungslosenhilfe. „Das sind aber zwei komplett verschiedene Bereiche“, erklärt sie. Ihre Vorstellungen für das Jugendhaus stehen fest: „Ich möchte es beleben, gemeinsam Projekte ins Leben rufen und diese zusammen mit den Jugendlichen realisieren.“

Im Moment betreut Arnold ungefähr sechs Kinder regelmäßig. Jedes Mal habe sie ein Programm parat, das benötige sie jedoch meistens nicht. „Ich mache das dann eher spontan, je nachdem wer kommt. Sind nur Mädchen da, dann basteln wir Perlenarmbänder.“ Für den Sommer seien auf jeden Fall Outdoor-Aktivitäten geplant sowie verschiedene Ausflüge, möglicherweise gemeinsam mit den Kindern der anderen Jugendhäuser im Kreis. Die Jugendsozialarbeiterin möchte einen Raum bieten, in dem die Kinder die Möglichkeit zur Entfaltung haben. Das Jugendhaus und die Angebote basieren auf freiwilliger Basis. „Die Kinder können kommen oder eben nicht. Wie sie mögen.“

Die Parallele zu ihrem Psychologiestudium sieht Arnold in der Entwicklungs- und Sozialpsychologie, die sich bei den Kindern und Jugendlichen täglich abspielt. „Die Psychologie ist nicht der eigentliche Weg in die Sozialarbeit, aber ich bin froh, dass es so gekommen ist“, sagt Arnold.

Engagement in der sozialpädagogischen Familienhilfe

Vor ihrer jetzigen Tätigkeit hat sie bei einer Inobhutnahme-Stelle – eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung – gearbeitet. Diese nehmen Kinder aus schlechten Familienverhältnissen auf. Ebenso war sie in der sozialpädagogischen Familienhilfe tätig. „Diese Erfahrungen helfen mir bei meiner jetzigen Arbeit weiter“, sagt Arnold. Hier in Zell sei es eher ein Pendant, denn ins Jugendhaus kämen viele Kinder aus glücklichen Familien. Zu ihren Aufgaben gehören Beziehungen aufzubauen, den Kindern aus schlechten Familienverhältnissen einen positiven Ausgleich zu bieten sowie die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen. „In dem Bereich läuft alles parallel, aber wenn es mal Probleme gibt, sprechen wir uns immer gut ab.“ Sie ist froh über diese Unterstützung, denn ohne die wäre vieles nicht möglich gewesen. Eine der sieben Helfer ist Elfriede Bühler. Sie ist seit fast zehn Jahren ehrenamtlich tätig und arbeitet ebenso im Motorradclub an der Kasse. Denn das Jugendhaus ist gleichzeitig das Vereinsheim der Motorradfreunde. Die Kinder und Jugendlichen seien immer anständig gewesen und hätten das Programm zu jeder Zeit gut angenommen.

Einfach mal „chillen“

Die Ehrenamtlichen haben die Aufsichtspflicht, müssen die Kinder und Jugendlichen jedoch nicht unterhalten. „Es gibt Karten- und Brettspiele, ein Billardtisch und früher hatten wir auch noch eine Playstation“, berichtet die Rentnerin. Sie passt auf, dass die Jugendlichen keinen Alkohol trinken oder rauchen. Das Jugendhaus liegt hinter dem Wertstoffhof Im Kreben 1 in Zell. Hier können Kinder und Jugendliche Musik hören, Billard spielen oder einfach nur „chillen“.

Info An den folgenden Tagen ist das
Jugendhaus in Zell wie folgt geöffnet: Dienstag von 15 bis 17.30 Uhr, Mittwoch von 14 bis 17 Uhr für Kinder bis zehn Jahre, Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr für Kinder ab zehn Jahre. Die Ehrenamtlichen betreuen Kinder ab zehn Jahre jeden Dienstag und Donnerstg von 17.30 bis 21.30.

Das könnte dich auch interessieren:

Eine bislang unbekannte männliche Person hat den Lokführer eines Regional-Express am Dienstagabend zu einer Vollbremsung gezwungen. Verzögerungen waren die Folge.

Auf der Geislinger Steige sind am Donnerstag zwei Autos gegeneinander gekracht. Die Steige musste für längere Zeit in beide Richtungen komplett gesperrt werden.