Kreis Göppingen / Dirk Hülser  Uhr
Guido Wolf, Tourismusminister in Baden-Württemberg, darf sich freuen. Im Landkreis Göppingen lesen sich die Nachrichten dagegen schlechter.

Tourismuszahlen im Land steigen, im Kreis Göppingen fallen sie

Für den baden-württembergischen Tourismusminister Guido Wolf (CDU) gab es am Montag Grund zur Freude. Bei der Vorstellung der Bilanz des ersten Tourismushalbjahrs 2019 konnte er vermelden: „Annähernd eine Millionen Übernachtungen mehr als im Vorjahreszeitraum.“ Um 3,8 Prozent seien die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, berichtete sein Ministerium in einer Pressemitteilung. Während es also landesweit Grund zum Jubeln gibt, fällt die Bilanz im Landkreis Göppingen bescheidender aus: Hier sind die Übernachtungszahlen um 0,9 Prozent zurückgegangen.

Justizminister Guido Wolf war am Montag im Blüba zu Gast und sprach über Tourismus in Baden-Württemberg und Ludwigsburg. Chancen sieht er vor allem in der Digitalisierung.

Noether: Tagestourismus wird immer wichtiger

Isabelle Noether, Geschäftsführerin der „Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf“, kann zwar nicht für den ganzen Landkreis sprechen, aber für die 30 Mitgliedskommunen des Tourismusverbands. Sie sagt, der Tagestourismus spiele eine immer größere Rolle für den Verband. „Die durch die Tagesgäste generierte Wertschöpfung findet in den Berechnungen des Statistischen Landesamts keine Berücksichtigung, ebenso die Übernachtungen in Ferienwohnungen und in Betrieben unter zehn Betten.“ Der Tourismusförderer des Landkreises, Holger Bäuerle, war am Montag nicht zu erreichen.

Kurzurlaube mit dem Wohnmobil liegen im Trend: Der Alb-Donau-Kreis baut seine Stellplätze aus. Fragen und Antworten rund um Camping in der Region.

Die meisten Urlauber sind Deutsche

Wie Wolf berichtet, seien im ersten Halbjahr 2019 rund 10,6 Millionen Gäste im Land angekommen, das bedeute gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 284 000 Gästeankünften oder 2,8 Prozent. Die Übernachtungen wiesen ein Plus von 943 000 auf, sie lagen bei 25,8 Millionen. Der Großteil der Gästeankünfte und Übernachtungen geht laut Wolf auf das Konto inländischer Gäste. Bei den Inlandsgästen war auch ein überproportionales Wachstum zu verzeichnen. Dazu meint Wolf: „Dank eines attraktiven Angebots ist es uns gelungen, mehr Gäste für einen wohnortnahen Urlaub zu begeistern.“

Die Redaktionen der Geislinger Zeitung und der NWZ haben die besten Wanderwege im Kreis und an den Kreisgrenzen getestet.

Landkreis Ravensburg auf der 1 dank neuen Center-Parcs

Spitzenreiter bei den Übernachtungszuwächsen waren der Landkreis Ravensburg (plus 73,2 Prozent, neuer Center-Parc), der Stadtkreis Heilbronn (plus 23,6 Prozent, Bundesgartenschau) und der Stadtkreis Ulm (plus 8 Prozent). Die Gartenschau-Landkreise Ostalb (plus 1,3) und Rems-Murr (plus 2,3 Prozent) konnten ebenfalls Zuwächse verzeichnen, während Reutlingen, Heidenheim (jeweils minus 1,5) sowie Esslingen (minus 4,5 Prozent) Rückgänge verbuchen mussten. Auf dem vorletzten Platz der Liste landete der Alb-Donau-Kreis mit minus 6,4 Prozent vor Tübingen (minus 6,5).