Kreis Göppingen/Bad Boll Tourismus an ICE-Baustelle

Diese Infoplattform an der Tunnelbaustelle bei Hohenstadt ist schon mal ein Vorgeschmack auf die Baustellenführungen, um die sich die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf bemüht. Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm
Diese Infoplattform an der Tunnelbaustelle bei Hohenstadt ist schon mal ein Vorgeschmack auf die Baustellenführungen, um die sich die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf bemüht. Foto: Bahnprojekt Stuttgart-Ulm
Kreis Göppingen/Bad Boll / JÜRGEN SCHÄFER 19.03.2014
Mit den Tunnelbaustellen der ICE-Trasse will die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf Touristen anlocken. Demnächst stehen Gespräche mit der Bahn an, berichtete Isabell Noether in Bad Boll.

Der Tourismus im Landkreis hat leicht zugelegt - die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf hat neue Pfeile im Köcher. Einer davon ist der Baustellen-Tourismus an den ICE-Tunneln bei Gruibingen und Hohenstadt, zu denen sich im Laufe des Jahres ein dritter bei Aichelberg gesellt. Solche Tunnelbaustellen seien etwas Besonderes, erläuterte Isabell Noether bei der Sitzung des Tourismusbeirats Bad Boll. Der Boßlertunnel wird mit 8,8 Kilometern sogar einer der längsten in Deutschland. Der Tourismusverband Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf ist am Ball.

Nächste Woche solle es eine erste Vorbesprechung mit der Bahn geben, berichtete Noether. Die Projektleiterin des Tourismusverbands zielt auf eine erste Besichtigung beim "Sommer der Verführungen" und weitere für Touristen aus dem Raum Stuttgart. Die sollen dann nicht nur die Baustelle erleben, sondern auch gleich die Gegend erkunden. Noether will ihnen eine Kombination von Tunnel und Wandern oder Radfahren schmackhaft machen. Mit Übernachtung, damit die Gastronomie und Hotellerie davon profitieren. Noether ist zuversichtlich, dass das Projekt gelingt: "Bei der Fildermesse hat es auch Baustellenbesichtigungen gegeben."

Erwandern können die Touristen gleich mal den Albtraufgängerweg, der sich auf 100 Kilometer durch weite Teile des Kreises zieht, und beim Radwandern will Noether nachlegen: Elektrofahrräder sollen für Menschen mit Behinderungen bereitgestellt werden, die werden dann auf drei Räder umgerüstet. Tourismus mit Inklusion, heißt das Ziel.

Gut unterstützt sieht sich Bad Boll von dem neuen und "schlagkräftigen" Tourismusverband Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf, der aus dem Helfensteiner Land hervorgegangen ist und mittlerweile 28 Mitgliedskommunen hat. So konstatiert das Bürgermeister Hans-Rudi Bührle und lobt auch den Kreis, weil er den Tourismus als Wirtschaftsfaktor erkannt habe und zielstrebig fördere. Unterstützung komme auch vom Dachverband Schwäbische Alb, der den hiesigen Albabschnitt als "Erlebniswelt Albtrauf" anpreise. Komplimente gabs für ein Detail: Die neue Radwanderkarte des Kreises sei sehr überzeugend, findet Andreas Brucker, Chef des Hotels Seminaris und Gastgeber des Tourismusbeirats. Er schlägt vor, die Radwege gleich mit dem Fahrradclub ADFC zu verlinken, um diese Klientel zu erreichen.

Gemeinderat Steffen Weißbeck wünscht sich, dass die Erlebnisregion den Mountainbikern bei ihrem Kampf gegen die Zwei-Meter-Regel für Waldwege helfe. "Da fallen Potenziale weg", klagt er. Noether konnte damit nicht dienen, verwies aber auf eine geplante Route für Mountainbiker.

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