Benefiz Tour de Kreisle endet mit neuem Spendenrekord

Evelyn Krix 28.07.2017
Täglich fuhren 40 bis 55 Radler bei Regenwetter durch den Kreis, um für das Faurndauer Hospiz Spenden zu sammeln. Am Freitag war die Tour zu Ende.

Richtig gut“ fühlt sich Initiator Klaus Riegert, nachdem er die gesamte Spendensumme der 15. Tour de Kreisle gesehen hat. Zum letzten Mal sind die Radler am Freitag bei der Firma Krauter in Göppingen gestartet, um noch einmal im Landkreis in Rathäusern, Betrieben und bei weiteren Sponsoren Gelder zu sammeln.

„Zum Wohl“, sagt Riegert und greift beherzt zum Bierglas, bevor er den Radlern die Summe ihrer Anstrengungen verkündet. „Auf dem Scheck steht eine Zahl, die super ist. Die hilft richtig, uns im Hospiz einzusetzen.“ Mit Jubelrufen und Applaus freuen sich die Sportler über 34.115 Euro, die sie gemeinsam bei der fünftägigen Rundfahrt gesammelt haben. „Zum ersten Mal haben wir den Dreier vor der Zahl. Ich bin richtig stolz auf diese Gemeinschaftsleistung“, äußert Riegert. Im vergangenen Jahr wurden 29.061 Euro gespendet.

„Das ist jetzt eine beruhigende Situation für das, was wir als Verein für den laufenden Betrieb im Jahr 2017 aufbringen müssen“, meint Georg Kolb, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Faurndauer Hospizes. 100.000 bis 120.000 Euro Kosten muss der Verein im Jahr mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden decken.

„Das heißt für mich, dass wir als Einrichtung angekommen sind“, meint Hospizleiterin Marta Alfia über die Spendensumme. „Es ist einfach Belohnung und Anerkennung für unsere Arbeit.“ Auch die Gäste, wie die Bewohner des Hospizes genannt werden, freuten sich über die Aktion. „Heute morgen waren zwei draußen und haben gewartet“, erzählt Alfia. „Die haben sich extra früher richten lassen, damit sie rechtzeitig fertig sind.“

Zur Unterstützung fahren jeden Tag auch Profi-Sportler mit: am Freitag sind die Fechter Gibran Zea Armenta und der Ex-Jugendfechtweltmeister Florian Lehnert von der TSG Eislingen auf dem Sattel gesessen. „Das war richtig schön und hat Spaß gemacht“, erzählt der 20-jährige Gibran Zea Armenta aus Mexiko. „Das war nicht so anstrengend, wie ich dachte. Es war ein gutes Training.“ Der Ausblick, die kleinen Städte und die Gemeinschaft haben ihm besonders gefallen. In seiner Heimat hat er so eine Radtour noch nie gemacht: „In Mexiko gibt es auf der Straße nicht so viele Fahrräder. Hier respektieren die Autofahrer die Radler.“

Im Gegensatz zu Gibran Zea Armenta ist die 75-jährige blinde Gertrud Kissner aus Albershausen, stellvertretende Vorsitzende der Bezirksgruppe Göppingen des Blinden- und Sehbehindertenverbands Württemberg, schon das zweite Mal mitgeradelt. Mit ihrem Piloten, Bruno Schaible, ist sie auf einem Tandem gesessen. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass ich mitfahre. Damit die Leute sehen, dass man zwar behindert, aber nicht hilflos ist.“ Die Geselligkeit, die Bewegung und dass man erfahre, welche Firmen es gibt, sei für sie spannend. „Ich hab hier auch jemanden kennengelernt, der hat gesagt, er würde auch gern mit mir fahren.“ Hinten auf dem Rad zu sitzen und Co-Pilot zu sein, sei einfach schön. So könne sie ihren Gedanken freien Lauf lassen. Vor allem frei habe sie sich bei der Tour de Kreisle gefühlt. „Man hat volles Vertrauen zum Vordermann. Wer gut Fahrrad fahren kann, der kann auch Tandem fahren.“

Tour de Kreisle trotzt dem Regen

Treue „Wir lassen Klaus Riegert und das Hospiz nicht im Regen stehen“ war das tägliche Motto der Radler, die bei der Tour de Kreisle gegen Starkregen, Sturm und Kälte ankämpften.

Regen „Wir sind mehr geschwommen als gefahren“, sagt Klaus Riegert. Dienstag und Mittwoch waren am schlimmsten: Bei 12 Grad und Dauerregen ging es am Dienstag nach Böhmenkirch. Dafür wurden die Radler am Freitag mit Sonne und Wärme belohnt.