Bad Ditzenbach Tosender Applaus für die Zarewitsch Don Kosaken

Sechs Sänger der Zarewitsch Don Kosaken aus Russland füllten die Alte Dorfkirche in Bad Ditzenbach mit ihren beeindruckenden Stimmen. Ihr Repertoire umfasste Schwermütiges wie Fröhliches.
Sechs Sänger der Zarewitsch Don Kosaken aus Russland füllten die Alte Dorfkirche in Bad Ditzenbach mit ihren beeindruckenden Stimmen. Ihr Repertoire umfasste Schwermütiges wie Fröhliches. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Bad Ditzenbach / Patricia Jeanette Moser 11.09.2018
Sechs Sänger aus dem Chor der Zarewitsch Don Kosaken gestalteten in Bad Ditzenbach einen musikalischen Abend.

Die alte Dorfkirche in Bad Ditzenbach öffnete am Samstag als Kulturhaus ihre Pforten. Am frühen Abend standen die Kirchentüren weit offen und gaben den Blick frei auf das schöne renovierte Kircheninnere. Zwei Don Kosaken begrüßten an der Tür stehend das Publikum, gekleidet in ihre rote Uniform und hohe Reiter­stiefel. Diese Optik sorgte bereits für festliche Stimmung, noch bevor der erste Ton erklang.

Sechs Sänger der Zarewitsch Don Kosaken traten vor das Ditzenbacher Publikum und erfüllten den Raum gesanglich bis in den hintersten Winkel. Hervorragende Solisten waren an diesem Abend zu hören. Vom glockenhellen Tenor bis zum erdig-sonoren Bass war alles dabei. Mit großer Freude und Inbrunst trugen die Sänger ihr abwechslungsreiches Programm vor.

Ihre Lieder erzählten von der „russischen Seele“ und berührten das Publikum sichtlich. Geradezu bombastisch begann der Abend mit einem gesungenen Segen. Auf diese Weise wurde dem Publikum ein glückseliges, friedliches Leben, Genesung und vieles mehr gewünscht. Getragen und schwermütig sangen die Musiker vom „reumütigen Schächer“, große Gefühle gab es beim gesungenen „Vater unser“. Mit theatralischen Gesten unterstrichen die Sänger ihre beeindruckenden gesanglichen Darbietungen und veranlassten das Publikum zu begeistertem rhythmischem Applaus nach fast jedem Titel.

Die Kosaken sangen alle Titel in russischer Sprache. Den liturgischen Gesängen stellten sie Lieder aus Russland gegenüber. Begeistert nahm das Publikum „Stenka Rasin“, eine Klosterlegende aus dem 17. Jahrhundert, an. Viele Konzertgäste hörte man von den Stimmen der Russen schwärmen. Manche hatten einen persönlichen Bezug zu Russland und waren daher zu der Veranstaltung gekommen.

Die sechs Sänger hielten an ihrem Programm fest und erfüllten keine Musikwünsche aus dem Publikum. Trotzdem waren die Zuhörer von dem knapp zweistündigen Konzert begeistert. Durch einen glockenklaren Tenor und leise Bässe kam der Klassiker „Abendglocken“ voll zur Geltung. Er erzählt vom Klang der Abendglocken, die die Gedanken an die Heimat, an die Jugendzeit und an das Vaterhaus wecken. „Das einsame Glöcklein“ forderte ebenfalls sehr hohe Töne. Der Solist hatte die Augen geschlossen, als er sie erklingen ließ. Die anderen Musiker summten leise dazu.

Auch fröhliche Volkslieder, wahre Zungenbrecher, trugen die Kosaken vor und lieferten so ein heiteres Pendant zum eher schwermütigen Repertoire. Vom Dualismus des russischen Gesanges war die Rede an diesem Abend. Schwermut habe dort seine Berechtigung und solle die ewig gültigen Wahrheiten Gottes zum Ausdruck bringen. Dem stehe die impulsive Lebensfreude gegenüber. In diesem Sinne verstünden sich die Konzerte als geistliche und menschliche Ökumene.

Das Konzert der Zarewitsch Don Kosaken bot einen breiten Querschnitt an Liedern, die das Publikum kennt und erwartet. Darüber hinaus brachten die heiteren Volkslieder eine willkommene Würze an diesem Abend.

„Unglaublich diese Stimmkraft“, so war bereits in der Konzertpause vom Publikum zu hören. Männliche Gäste, unterschiedlichen Männerchören angehörend, summten am Ende des Abend inspiriert vor sich hin.

Die Zarewitsch Don Kosaken gewährten einen zusätzlichen Kanon als Zugabe und stellten dabei ihr ganzes Können ein letztes Mal unter Beweis. Mit tosendem Applaus verabschiedete das Publikum die stimmgewaltigen Sänger.

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