Sabine Ackermann

Immer gut, wenn es im Ort einen großartig aufspielenden Musikverein gibt, der mit kurzweiligem Liedgut unter dem Dirigat von Walter Popp gleich die richtige Stimmung für einen Festabend zaubert. „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ – ein Spruch, der es für Bürgermeisterin Gudrun Flogaus auf den Punkt bringt, wie ein zufriedenes Leben aussehen kann. „Viele Menschen setzen in einem Ehrenamt das um, was sie im Job nicht tun können“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Vielleicht betrifft dies auch die sieben Frauen und Männer, die sich über die Ehrennadel freuen durften. Lore war von Anfang an und ist noch immer eine Bereicherung für den Landfrauenverein, sagt Walla Filthaut von der Frau, die jeden mit viel Witz und ihrer fröhlichen Art ansteckt. Seit 62 Jahren ist Lore Müller Vereinsmitglied und war davon einige Zeit lang zweite und erste Vorsitzende. Ob bei Backhaus- oder Straßenfesten, Basaren, Ausflügen, beim Gestalten verschiedener Bücher oder bei (Spenden)Projekten im Dorf – „Lore war immer mit viel Herzblut beim Planen und Ausführen dabei“.

1998 trat Barbara Rauschenbach in den Tennisclub ein, übt seit 2002 das Amt als zweite Vorsitzende „vorbildlich aus“. „Liebe Barbara, mein Tag hat immer noch 24 Stunden – und deiner?“ hakt Laudator Hans Peter Bauer bei der „guten Fee“ nach, deren Uhr scheinbar anders zu laufen scheint. Neben der Organisation und Durchführung des TC-Schülerferienprogramms findet man sie auch bei allen anderen Veranstaltungen im und außerhalb des Clubhauses. Darüber hinaus steht sie als Malerin und Bildhauerin für die Kurse der Bildenden Kunst im Schülerferienprogramm zur Verfügung und engagiert sich intensiv im Kunstverein Eislingen.

Cordula Mayer ist seit über drei Jahrzehnten fest mit dem Turnverein verbunden, vor allem im Handballbereich ist „Cordu“ als Handballspielerin, Trainerin oder Abteilungsleitern weit über Schlat hinaus bekannt, verrät Michael Zöller. „Kennen und schätzen gelernt habe ich Cordu als einen geradlinigen, offenen und sehr hilfsbereiten Menschen. Ich weiß aber auch, dass sie durch ihr Engagement dem Verein etwas zurückgeben will“, bekräftigt der Laudator.

„Das Mikrofon lehn’ ich ab, meine Stimme ist laut genug“, sagt Doris Kriegisch vom Sportschützenverein augenzwinkernd und hält kurz und zielorientiert die Laudatio für Hermann Thiel. Der fünffache LG-Schützenkönig hat die Vereinsentwicklung in den vergangenen 50 Jahren maßgeblich mitgestaltet, ist seit 48 Jahren im Ausschuss in verschiedenen Funktionen und bereitete 39 Jahre lang als Technischer Schießleiter den arbeitsintensiven Schießbetrieb vor.

Die Initialzündung, dem Musikverein Schlat beizutreten, hatte Rüdiger Nowack im Oktober 1991, und war ab sofort als junger Trompeter dem Blasorchester eine wichtige Stütze. „22 Jahre lang hat er die Prunksitzung geprägt und organisiert“, berichtet Laudator Markus Großmann. Dazu zehn Jahre die Jugendkapelle dirigiert, Trompetenunterricht gegeben, bei Zeltlagern und Gemeinschaftskonzerten nicht mehr wegzudenken. Während seiner Doktorarbeit als Chemiker und einem Ortswechsel ist er dem Musikverein treu geblieben, hat immer wieder Aufgaben übernommen.

„Ich habe die Ehre, einen besonders engagierten Mann auszuzeichnen“, freut sich Bürgermeisterin Gudrun Flogaus  über den an vielen Stellen für die Dorfgemeinschaft aktiven Manfred Pohl, der für seine besonnene und ausgleichende Art bekannt ist. Seit etwa 50 Jahren leitet der Pädagoge im Unruhestand (mit Joachim Fritz) die evangelischen Jugendkreise. „Spaß und Spiel für die Jugendlichen sind ihm sehr wichtig, auch wenn’s nicht immer voll nach allen Regeln geht“, nennt die Bürgermeisterin ein Zitat eines langjährigen Weggefährten. Seit 1995 ist Pohl evangelischer Kirchengemeinderat, war bis 2016 Vorsitzender, hat 2017 den Vorsitz des Krankenpflegevereins übernommen, plant die monatlichen „Schwätzlesnachmittage“ und übernimmt bei Schlater Festen regelmäßig Arbeitsschichten.

Eine Überraschung für die meisten Gäste war die Ehrennadel für Hanna Neuffer, die vor drei Jahren durch ihr bewundernswertes Verhalten überzeugte. Corinna Neher hielt nicht nur die Laudatio, sie hatte die erst 17-Jährige auch dafür vorgeschlagen. „Ehre, wem Ehre gebührt“, so die Rednerin, die davon erzählt, wie Hanna Neuffer damals Zivilcourage gezeigt hatte. Sie trotzte dem kalten Wind, der ihr entgegen wehte, war sich und ihrer Haltung treu geblieben und führte einige der Flüchtlingskinder in die Gepflogenheiten des Faschings ein.

Geehrt wurden obendrein die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde, die in vielen Sitzungen das schöne Buch „So wars bei ons en Schlat“ – Erlebnisse und Erinnerungen aus den 20er bis 80er Jahren“ zusammengestellt haben. Eingebunden war auch die Blutspenderehrung. Gerhardt Kriegisch wurde für zehnmaliges Blutspenden geehrt.

Würdigung des Ehrenamts

Verleihung Die Verleihung der Schlater Ehrennadel gibt es seit Dezember 2011 und wurde damals zum Tag des Ehrenamtes auf Vorschlag von Bürgermeisterin Gudrun Flogaus eingeführt.

Vorschläge Vorgeschlagen werden die zu Ehrenden von Vereinen oder Einzelpersonen, die Entscheidung obliegt dem Gemeinderat. Unterschiedliche Laudatoren berichten von der Einsatzbereitschaft der jeweiligen Preisträger.  Ack