Gastkommentar Gastkommentar: „Es braucht einen langen Atem“

 Wilfried Hüntelmann
Wilfried Hüntelmann © Foto: Giacinto Carlucci
Wilfried Hüntelmann 11.08.2017
Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist ein individuelles Geschäft. Zwar gibt es durchaus schnelle Erfolge, immer ist das aber nicht so. Worauf geachtet werden muss, erklärt Wilfried Hüntelmann in seinem Gastkommentar.

Vor etwa zwei Jahren kam das Thema „Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt“ auch bei uns in der Region an. Damals sollte es ganz schnell gehen, diese Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen. Es ließen sich jedoch nur wenige direkt vermitteln. Heute wissen wir: Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist ein individuelles Geschäft. Zwar gibt es durchaus schnelle Erfolge. Oft sind es aber Etappenziele, die erreicht werden, und es braucht einen langen Atem. Vergleichbar vielleicht mit einem Langstreckenlauf.

Das Wichtigste für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist und bleibt die Sprache. Gleich danach: die beruflichen Kompetenzen. Manche Kompetenzen sind da, aber häufig nicht formal belegt. Deswegen haben wir Wege geschaffen, um diese Kompetenzen zu identifizieren und für den Arbeitsmarkt zu erschließen.

Was anfangs noch stolperte, läuft jetzt deutlich runder. Alle - wir und unsere Partner am Arbeitsmarkt - haben sich auf die Arbeit mit der neuen Personengruppe eingestellt. Wir haben unsere Möglichkeiten und Instrumente weiterentwickelt, etwa die Verzahnung von Deutschkursen und beruflicher Förderung, und die Vernetzung untereinander verstärkt. Das hilft.

Insgesamt sind wir auf einem guten Weg, das zeigt zum Beispiel auch die zunehmende Zahl an Einstiegsqualifizierungen, die auf Ausbildung abzielen. Wir werden auch künftig die Bereitschaft der Betriebe brauchen, Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu nehmen. Darüber vergessen wir aber nicht die Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls schwer haben und unsere Hilfe brauchen, beispielsweise Langzeitarbeitslose. Auch für sie müssen wir mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt einen langen Atem haben, um ihnen einen Platz in der Arbeitswelt zu geben.