Brauchtum Tierischer Umzug zur Weide

Ein tierischer Umzug ist bald wieder in Gammelshausen zu erleben. Er endet auf einer Weide. Dort kann man das Gewicht von Bulle Marc schätzen.
Ein tierischer Umzug ist bald wieder in Gammelshausen zu erleben. Er endet auf einer Weide. Dort kann man das Gewicht von Bulle Marc schätzen. © Foto: Giacinto Carlucci
Inge Czemmel 12.10.2017

Wann gibt es in Gammelshausen wieder mal einen Almabtrieb? Diese Frage stellten sich und dem Gammelshäuser Bürgermeister Daniel Kohl viele Menschen aus nah und fern. Da es einen Almabtrieb im Schwabenland eher selten zu sehen gibt, entwickelte sich der einst aus einer Wette heraus entstandene kleine Event im Laufe der Jahre zu einem Besuchermagneten, der das kleine Gammelshausen aus allen Nähten platzen ließ. 2013 lockte das Spektakel  über 3000 Menschen an.

Es war also an der Zeit, darüber nachzudenken, den bis dato vom Musikzug Gammelshausen organisierten Almabtrieb auf breitere Füße zu stellen. Bei der Neuauflage, nach dreijähriger Pause, zieht nun die Gemeinde mit allen örtlichen Vereinen an einem Strang und es gibt ein paar Änderungen.

Die Hauptattraktion ist nach wie vor der Umzug mit den Tieren, der weiterhin federführend vom Musikzug organisiert wird. Die Zuschauer dürfen sich auf mehr als hundert festlich geschmückte Kühe, Kälber, Schafe, Alpakas und Ziegen freuen. Enden wird der „tierische Umzug“ nicht in den Ställen, sondern auf einer Weide, wo sie von den Festbesuchern bewundert werden können. „Das haben wir uns 2015 in Brigels abgeschaut“, erzählt Bürgermeister Kohl. „Auf besagter Weide wird auch Bulle Marc stehen, dessen Gewicht die Festbesucher an diesem Tag schätzen sollen.“

Kohl ist ganz glücklich, dass die Dorfgemeinschaft so gut funktioniert. „Knapp 160 freiwillige Helferinnen und Helfer werden rund um diesen Festtag im Einsatz sein“, berichtet er. „Vom Auf- und Abbau des Zeltes, über den Kassendienst, die Getränkeausgabe, die Organisation des Festumzugs bis hin zum Aufstellen der Biertischgarnituren und der Dekoration – die Bereitschaft der Bürgerschaft und auch einigen von außerhalb ist großartig. Für die Kaffee- und Kuchentafel werden um die 80 Kuchen und Torten gebacken.“ Das Essen wird erstmals ein Caterer zubereiten, und zum ersten Mal wird es beim Almabtrieb auch ein großes Festzelt geben.

Beim Fest dabei sein werden diesmal auch rund 35 Musiker aus der schweizerischen Partnergemeinde Brigels. Sie werden den Umzug musikalisch mitgestalten und anschließend noch ein kurzes Platzkonzert geben. Ein Alphorn-Ensemble wird ein paar Lieder zum besten geben. Die Musikanten reisen zusammen mit dem gesamten Brigelser Gemeindevorstand im typisch Schweizer Postbus an.

Alle Gäste privat untergebracht

Was den Schultes besonders freut: „Alle Gäste aus Brigels konnten in Gammelshausen untergebracht werden. Viele Gammelshäuser haben sich gemeldet, um Zimmer und Betten zur Verfügung zu stellen. Das zeigt den Zusammenhalt und die gelebte Partnerschaft beider Gemeinden.“

Für musikalische Unterhaltung  werden auch der Musikverein Gammelshausen und das Oberdorf-Duo sorgen. In der Sielenwangstraße erwartet die Besucher eine Traktoren- und Landmaschinenausstellung mit verschiedenen Vorführungen.

Im Gemeindehaus wird „Traktor-Willi“ aus Eislingen den kleinen und großen Gästen in Form eines Landwirtschaftsgeländes im Miniaturformat Freude bereiten.

Im großen Saal ist ein Vortrag über das Thema Landwirtschaft zu hören. Auf dem Rathausplatz präsentieren sich die „Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf“. Geplant ist auch ein „Regionalmarkt“ mit örtlichen Erzeugnissen.

Info Unter www.almabtrieb-gammelshausen.de gibt es alle Informationen rund um das Geschehen am 22. Oktober. Der Festumzug startet um 11 Uhr.

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