Theater Tiefgründiges Kinderstück

Das Bühnenbild ist minimalistisch, aber „Hermann, das Kind“  fasziniert.
Das Bühnenbild ist minimalistisch, aber „Hermann, das Kind“ fasziniert. © Foto: Iris Ruoss
Ottenbach/Rechberghausen. / SWP 30.05.2017

Ein minimalistisches Bühnenbild und schwarz-weiße Kleidung reichen dem Theaterpädagogen Thomas Faupel aus, um eine eindrucksvolle Atmosphäre zu schaffen. Mit seinem „Theaterfüreinjahr“ hat er mit den Ottenbacher Grundschülern das Stück „Hermann, das Kind, und die Dinge“ von Harrie Geelen erarbeitet.

Auch Erwachsene denken nach

Herausgekommen ist tiefgründiges Theater, das auch Erwachsene zum Nachdenken anregt und einen kleinen Einblick in die Denkweise von Kindern gibt. Das Publikum konnte das Stück am Wochenende sowohl in der Ottenbacher Schule als auch im Theater im Bahnhof in Rechberghausen erleben. Hermann, das Kind, weiß viel, er macht sich seine eigenen Gedanken zu verschiedensten Dingen. Sieben Tage werden in sieben Episoden gezeigt und das Besondere: Hermann redet mit den Dingen um ihn herum und sie reden mit ihm. Die Bauklotzkiste spricht, das Geschichtenbuch und auch die Puppe ohne Kopf.

Gemeinsam lösen sie Fragen wie: Wo kommt das Wasser her, was passiert bei einem Gewitter oder was ist Trauer? Die Dinge um Hermann herum helfen ihm, seine Angst zu überwinden.

Das hölzerne Feuerwehrauto holt Wasser aus der Küche, weil Hermann Durst hat und sich nicht alleine in die Küche traut. Das Gewitter lässt es richtig krachen und Hermann weiß: Die Wolken toben sich aus. Seine Angst spiegelt sich in den Reaktionen seiner Spielsachen wieder und das Kind kann einschlafen. Hermann hat auch eine Erklärung dafür, wo Geschichten herkommen. „Geschichten gibt es nicht einfach so, man muss sie erfinden“, sagt das Kind. Vor 13 Jahren hat der Eislinger Sozial- und Theaterpädagoge sein Kultur-Netzwerk-Projekt „Theaterfüreinjahr“ gegründet und arbeitet seither auch mit Schulen zusammen, bringt aber ebenso Bühnenstücke für Erwachsene heraus.

Ensemble für ein Jahr

Mit immer wechselnden Ensembles arbeitet er jeweils ein Jahr zusammen, der Name seines Projekts ist Programm. Die jeweiligen Inszenierungen werden mit Amateurdarstellern in unterschiedlichen gesellschaftlichen und organisatorischen Kontexten erarbeitet.

Finanziert wird das Projekt durch Fördergelder und Sponsoren

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