Ehrenamt Thomas Herbster hilft Senioren im Täle bei Gartenarbeit

Für den Transport von Aufsitzrasenmäher und Grünschnitt braucht Thomas Herbster einen Anhänger.
Für den Transport von Aufsitzrasenmäher und Grünschnitt braucht Thomas Herbster einen Anhänger. © Foto: Markus Sontheimer
Bad Ditzenbach / KATHRIN BULLING 17.07.2015
Der Ditzenbacher Thomas Herbster übernimmt ehrenamtlich Gärtnerarbeiten für Senioren. Ein Anhänger wäre eine große Unterstützung für den Segofils-Helfer. Herbster bittet deshalb um Spenden.

Mähen, Hecken schneiden, den Rasen vertikutieren oder Unkraut jäten - das alles macht Thomas Herbster seit drei, vier Jahren in seiner Freizeit für Senioren. Mit großem Elan und viel Freude, "bis aufs Unkraut zupfen, das mag ich nicht so", sagt er mit einem Grinsen.

Thomas Herbster ist ein besonderes Mitglied der Segofils-Gruppe. Eigentlich helfen sich in der Seniorengemeinschaft Obere Fils ältere Menschen gegenseitig mit kleinen Haushalts-, Betreuungs- oder Fahrdiensten, damit sie länger unabhängig und selbstbestimmt leben können. Schwerere handwerkliche Arbeiten aber können auch sie oft nicht mehr für die Segofils-Mitglieder leisten. Dann kommt der 24-jährige Ditzenbacher ins Spiel.

Thomas Herbster kam über seine Mutter, die sich in der Segofils engagiert, zum Verein. Auch sein Bruder Stefan hilft mit, und für beide wächst die Zahl der Aufgaben mit jedem Jahr. "Anfangs wollten die Leute vor allem, dass wir ihren Rasen mähen, mittlerweile helfen wir aber auch beim Heckenschneiden oder setzen mal einen neuen Zaunpfosten ein", sagt er.

Thomas Herbster sieht sich selbst als der Mann fürs Grobe. Der Werkzeugmechaniker ist unkompliziert. Dass er anpacken kann, sieht man seinen Händen an: Sie sind zerschunden, dreckig, kräftig. Was er für die Gartenarbeit wissen muss, hat sich Herbster angelesen. Etliche Geräte hat er selbst gekauft, manches haben Vereinsmitglieder geschenkt. Wem selbst die Gartengeräte fehlen, kann sie von Segofils für fünf Euro leihen.

Mindestens zehn Senioren von Wiesensteig bis Deggingen, Unterböhringen und Bad Überkingen nutzen die Dienste der Herbsters. Vor allem im Herbst sind die Brüder gefragt, wenn alle ihren Garten winterfest machen wollen. In starken Wochen kommt Thomas Herbster, der ein größeres Pensum als sein Bruder hat, auf 30 bis 40 Arbeitsstunden pro Woche. An manchen Samstagen ist er acht Stunden aktiv, schneidet und mäht, kehrt und zupft.

Der Lohn für seine Mühen ist gering: Pro Stunde erhält er sieben Euro. Weil viele Arbeiten sich aber in einer halben Stunde erledigen lassen, kommt bei seinen Einsätzen nicht viel rum. Das Zubrot konnte der Werkzeugmechaniker zwar gut gebrauchen, als er für seine Hochzeit sparte, doch sagt er nun: "Wenn ich auf das Geld angewiesen wäre, würde ich mir was anderes suchen."

Thomas Herbsters Motivation ist die Dankbarkeit der Vereinsmitglieder. 90 Prozent seiner Auftraggeber sind alleinstehend; sie freuen sich schon darüber, dass endlich mal wieder jemand zu Besuch kommt.

Viele lassen es sich nicht nehmen, Herbster zur Hand zu gehen, sie stellen ihm Kaffee und Kuchen bereit oder erzählen ihm Geschichten von früher. Richtig schöne, beeindruckende Begegnungen seien darunter, sagt Thomas Herbster. Und deshalb wird er der Segofils auch treu bleiben. Auch wenn seine Freizeit mit der ehrenamtlichen Tätigkeit ausgefüllt ist und für die Familie, den Musikverein und den Sanitätsdienst - sowie seinen eigenen Garten - wenig Zeit bleibt.

Um seine Arbeitsabläufe zu erleichtern, wünscht sich Herbster aber schon seit Langem einen Anhänger. Bislang transportiert er Geräte und Grünschnitt vor allem umständlich in seinem eigenen Auto. Gerade das Aufräumen nach dem Vertikutieren ist mühsam: Herbsters Kofferraum ist schnell voll, er braucht mehrere Fahrten, um alles transportieren zu können. Zusammen mit der Segofils bittet er deshalb um Spenden. Als Wunschobjekt hat er sich schon einen Kipper mit Aufbau für rund 4000 Euro ausgeguckt, die etwas unpraktischere Minimallösung käme auf 1400 Euro. "Es wäre toll, wenn uns die Leute beim Kauf unterstützen könnten - für den Verein ist das bei einer solchen Summe schwierig", sagt Herbster. Eine Seniorin hat schon 20 Euro gespendet, nun hofft der 24-Jährige auf viele Nachahmer. "Der Anhänger kommt allen Mitgliedern zugute", verspricht er.

Kontakt zur Segofils

Verein: Die Segofils gibt es seit 2011. Der Verein hat rund 270 Mitglieder und Kooperationsverträge mit Bad Überkingen, Deggingen, Bad Ditzenbach, Mühlhausen, Gruibingen, Wiesensteig und Drackenstein.

Kontakt: Büro in Bad Ditzenbach, Telefon: (07334) 9 21 97 70, oder Vorsitzender Norbert Necker, Telefon: (07334) 55 53. E-Mail: info@segofils.de, www.segofils.de

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