Vom 16. bis 20. Mai findet in Donzdorf das Internationale Theater-Festival statt. Von Mittwoch bis Sonntag gilt es dann für 13 Theatergruppen, die aus elf Ländern nach Donzdorf kommen, ihr Können auf der Bühne zu zeigen. Das Besondere an diesem Festival: Jede Theatergruppe bringt in ihr Bühnenstück nicht nur den eigenen kulturellen Hintergrund mit ein, sie spielen auch in ihren jeweiligen Landessprachen oder im Dialekt.

Veranstalter des Festivals sind die Stadt Donzdorf, das Aktionstheater Donzdorf und der Landesverbund Amateurtheater Baden-Württemberg. "Die Sprache ist aber kein Problem", ermutigt Gerhart Kraner, Vorsitzender des Aktionstheaters. "Das Theater setzt sich aus verschiedenen Teilbereichen zu einem Ganzen zusammen. Die Sprache ist nur ein Teil davon." Vor jeder Aufführung wird der Inhalt des Stückes zusammengefasst. Das erste Mal fand das Theater-Festival 1992 in Donzdorf statt. Initiator war damals und ist auch heute noch Gerhart Kraner, ehemaliger Kunstlehrer des Rechberg-Gymnasiums Donzdorf.

Bei einer vergleichbaren Veranstaltung in Japan kam in ihm der Wunsch auf, solch ein Festival nach Deutschland zu bringen. "Offene Begegnung ist wichtig", meint Gerhart Kraner. Es gehe nicht nur um die kulturelle Veranstaltung, sondern auch um den Austausch der Gruppen untereinander. Das Motto für dieses Jahr ist "Brücken bauen" . Die Auswahl der Gruppen traf man demnach auch unter politischen Gesichtspunkten. "Ich sehe Theater auch immer als politischen Hintergrund", erklärt Gerhart Kraner. Gruppen wurden unter anderem aus Israel, Iran, Ägypten und ursprünglich auch den USA eingeladen. Letztere Gruppe musste jedoch aus finanziellen Gründen kurzfristig absagen. Damit der Austausch zwischen den Gruppen gefördert wird, gibt es ein Theater-Café im katholischen Gemeindezentrum Martinushaus, das sowohl für Schauspieler als auch für Zuschauer offen steht.

Um das Internationale Theater-Festival zu organisieren, bedarf es vieler freiwilliger Helfer - und ausreichend Zeit. Ganze zwei Jahre vor dem Festival beginnt die Planung, damit die Veranstaltung reibungslos ablaufen kann. Informationen über Theatergruppen müssen gesammelt, die Einladungen verschickt und diverse Genehmigungen von der Stadt eingeholt werden. Auch die Auswahl der Gruppen kann zu Kopfzerbrechen führen: Gingen doch dieses Jahr an die 30 Bewerbungen ein. Doch bei der Planung bleibt es nicht: Das Theater-Café muss bewirtschaftet werden, die Bühnendekoration und die Requisiten müssen von Helfern auf- und abgebaut werden. Da kann ein Tag durchaus lang werden, wenn um 9.30 Uhr die erste Veranstaltung beginnt, um 22 Uhr die letzte erst anfängt.

Die Aufführungen finden entweder in der Stadthalle oder im danebengelegenen Martinushaus statt. Untergebracht sind die Schauspieler in Gaststätten in der Umgebung. Neben den Bühnenaufführungen wird es eine Podiumsdiskussion geben, Fachgespräche über die Inszenierungen und ein Symposium über das Motto"Brücken bauen".

Info www.aktionstheater.de