Albershausen Terranier flippt aus

Das „Konsulat“ von „Terrania“ in Albershausen.
Das „Konsulat“ von „Terrania“ in Albershausen. © Foto: Staufenpress
Albershausen / KARIN TUTAS 15.09.2016
Auf wenig feine Art hat sich der selbsternannte Konsul von Terranien der Obrigkeit widersetzt. Der polizeibekannte Mann verletzte einen Polizisten.

Geldbußen bezahlt er grundsätzlich erst mal nicht und mit dem deutschen Staat hat der Mann auch nichts am Hut. Sein Grundstück befinde sich außerhalb des Geltungsbereichs der Bundesrepublik Deutschland, steht auf dem Schild am Gartentor und „angebliche Amtspersonen“ haben „vollständiges Haus- und Grundstücksverbot“. Der selbsternannte Konsul des Fantasielandes „Terrania“ macht sich nicht nur bei seinen Nachbarn in Albershausen unbeliebt, die sich von ihm schikaniert und bedroht fühlen. Erst jüngst war der 61-Jährige angeklagt, weil er seine zwei Dobermänner auf eine Familie gehetzt haben soll. Die Verhandlung fiel aus, weil der Mann wieder einmal nicht vor Gericht erschien.

Gemeindeverwaltung, Justiz und Polizei haben ihre liebe Not  mit dem „Konsul“. Nicht zum ersten Mal standen am Dienstagmorgen Polizisten auf der Matte, um einen Vorführbefehl wegen nicht bezahlten Bußgeldes gegen den Albershäuser zu vollstrecken. Wie Rudi Bauer, Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm, auf Nachfrage bestätigte, hatten die Beamten den 61-Jährigen vor seiner Wohnung abgepasst. Zunächst habe der Mann angegeben, die Geldbuße bezahlen zu wollen und wurde von den Polizisten zu seinem Haus begleitet.

Dort jedoch wollte er laut Bauer jedoch nichts mehr von der Bezahlung wissen und verweigerte den Gesetzeshütern den Zutritt zu seinem Grundstück. „Er berief sich darauf, dass hier die Gesetze des Staates Terrania gelten und er als dessen Konsul die Staatsgewalt verkörpert“, berichtet Bauer. Das sahen die Beamten naturgemäß anders und nahmen den Mann fest. Der wurde dann renitent, habe mehrfach nach den Polizisten getreten, einer habe Schürfwunden und Prellungen erlitten. Bei der Durchsuchung des Albershäusers fanden die Beamten dann noch ein Küchenmesser mit einer 13 Zentimeter langen Klinge. Beim Transport ins Revier nach Uhingen verschmutzte der „Konsul“ schließlich auf recht unfeine Art den Streifenwagen und kühlte sein Mütchen dann noch in der Gewahrsamszelle. Dort ritzte er großflächig Hakenkreuze und SS-Runen in die Wand. Erst in der Justizvollzugsanstalt in Ulm bezahlte der Albershäuser seine Geldbuße, er wurde dann auf freien Fuß gesetzt, berichtet die Polizei. Den 61-Jährigen erwartet eine Anzeige wegen Widerstands gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein weiteres Kapitel in der dicken Akte des „Konsuls“.

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