Kreis Göppingen Synodale: „Religion ist öffentlich“

SWP 23.08.2016
Religion sei Teil der Gesellschaft – und damit auch öffentlich, finden Werner Stepanek und Anita Gröh. Sie reagieren damit auf Leserbriefe in der NWZ.

Mit Nachdruck widersprechen Werner Stepanek und Anita Gröh als Mitglieder der „Landessynode der Evangelischen Kirche in Württemberg“ aus Göppingen und Geislingen der Forderung, wonach Religion und Glaubensäußerungen eine reine Privatsache sei, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben.

Äußerungen in Leserbriefen, die in der NWZ veröffentlicht wurden, geben den beiden Synodalen Anlass, solche Forderungen deutlich zurück zu weisen. „Wer eine, an christlichen Werten orientierte Gesellschaft will, der muss auch die christliche Religion als öffentlichen Teil einer Gesellschaft verteidigen“, meint Werner Stepanek, der auch Vizepräsident der Evangelischen Landessynode ist.

Die beiden Synodalen zeigen sich besorgt über Äußerungen, in denen kritisiert wird, dass zum Beispiel ökumenische Gottesdienste bei Dorffesten oder die Rücksichtnahme auf Gottesdienstzeiten bei Veranstaltungen an Sonntagen nicht mehr „in die Zeit passen“. Stepanek und Gröh verlangen vielmehr ein stärkeres öffentliches Bekenntnis von Menschen mit christlichem Glauben in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

„Wir müssen verstärkt Flagge zeigen“, sagt die Landessynodale Anita Gröh, „wenn es darum geht, in dieser Welt für mehr christliche Menschenliebe und für mehr Gerechtigkeit anstatt Selbstsucht einzutreten“. Verwundert zeigen sich die Synodalen darüber, dass die Leserbriefschreiber offenbar zwar alle kirchlichen Sonn- und Feiertag gerne annehmen, aber die dahinter stehende Religions- und Glaubenshaltung lieber nicht öffentlich hören wollen. So würde zum Beispiel ein öffentlich gefeiertes Weihnachtsfest mit einer nur privaten, christlichen Weihnachtsbotschaft zu einer absurden Farce verkommen.

„Ein christlich geprägtes Abendland“, so Werner Stepanek, „braucht eine christliche Werteorientierung – und diese muss mit Nachdruck auch öffentlich vertreten werden“. Beide Synodale verweisen darauf, dass in den notwendigen Auseinandersetzungen mit Menschen anderer Glaubens-und Lebenshaltungen gerade eine solche, öffentliche christliche Glaubenshaltung viel überzeugender wirkt.