Kreis Göppingen Süßigkeiten: Kinder brauchen Regeln

Eltern sollten den Zuckerkonsum ihrer Kinder bewusst steuern, sagt die Ernährungsfachfrau Jutta Burkert vom Landwirtschaftsamt Göppingen.
Eltern sollten den Zuckerkonsum ihrer Kinder bewusst steuern, sagt die Ernährungsfachfrau Jutta Burkert vom Landwirtschaftsamt Göppingen. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / Kathrin Bulling 13.04.2018
Es ist der Kopf, der Zucker will – nicht der Körper, sagt die Göppinger Ernährungsexpertin Jutta Burkert. Sie hat Tipps für Eltern.

Jutta Burkert, Ansprechpartnerin für die Landesinitiative „Bewusste Kinderernährung“ (BeKi) im Landwirtschaftsamt Göppingen, sagt: „Schon in frühester Kindheit wird das Essverhalten festgelegt; es gibt in jeder Familie ein bestimmtes Ernährungsverhalten. Ab einem Alter von anderthalb, zwei Jahren ist man als Erwachsener gefordert: Wann bekommen Kinder was Süßes – als Trostpflaster, zur Belohnung, als Nachtisch? Man muss sich bewusst machen, wie man sich da verhält.“

Tipp 1: Jedes Kind braucht Regeln

Süßigkeiten sollte man nicht generell verbieten. Kinder werden überall damit konfrontiert, Verbote machen Süßes nur noch verlockender. Man kann mit dem Kind vereinbaren, dass es etwas Süßes bekommt, aber erst am Nachmittag. So erspart man sich auch die Quengeleien beim morgendlichen Einkauf an der Supermarktkasse, wo die Süßigkeiten ja in der Regel auf Kinderaugenhöhe platziert sind. Und wenn es Süßigkeiten gibt, dann nur eine Kinderhandvoll – nicht mehr: ein bis zwei Kekse oder ein Mini-Stück Schokolade.

Tipp 2: Keine extra Kinder-Lebensmittel kaufen

Spezielle Lebensmittel für Kinder sind nicht nötig, oft enthalten sie sogar besonders viel Zucker. Wenn man doch mal bunte Cerealien kauft, kann man diese beispielsweise mit ungesüßten Flocken mischen. Säfte kann man mit Wasser verdünnen. So lässt sich der Zuckergehalt reduzieren. Wenn man selber kocht oder backt, hat man es in der Hand, wieviel Zucker man zugibt. Natürlich ist das immer eine Zeitfrage, aber man kann als Familie ja zum Beispiel sagen: Jeden Tag schaffen wir es zwar nicht, aber am Wochenende und vielleicht an ein, bis zwei Tagen unter der Woche kochen wir gemeinsam mit frischen Lebensmitteln. Schnell gemacht ist beispielsweise Fruchtjoghurt, für den man Naturjoghurt mit etwas Konfitüre oder frischen Früchten mischt. Das schmeckt gut, ist gesünder als gekaufter Fruchtjoghurt, und die Zubereitung macht Kindern Spaß.

Tipp 3: Süßigkeiten sind etwas Besonderes

Eltern sollten Süßes nicht zu einem regelmäßigen Bestandteil der Ernährung machen und nicht dauernd Kekse, Schokolade oder Gummibärchen verteilen. Es sollte etwas Besonderes bleiben. So viel Zucker braucht der Körper auch gar nicht – es ist der Kopf, der das will.

Im E-Paper und in der gedruckten Ausgabe der GZ finden Sie ein Nachgefragt mit Jutta Burkert zur neuen Zuckersteuer auf Softgetränke in Großbritannien.