Rechberghausen Süßer Einstand für die Rechberghäuser Bürgermeisterin

Überraschungen für die neue Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner: Markus Malcher überreicht Geschenke namens des Gemeinderats, hier einen Krug vom Hausemer Städtlesfest.
Überraschungen für die neue Rechberghäuser Bürgermeisterin Claudia Dörner: Markus Malcher überreicht Geschenke namens des Gemeinderats, hier einen Krug vom Hausemer Städtlesfest. © Foto: Giacinto Carlucci
Rechberghausen / JÜRGEN SCHÄFER 10.07.2015
Mit „Sprit und Spirit“ ist die neue Rechberghäuser Bürgermeisterin in ihre erste Gemeinderatssitzung gestartet. Es gab nochmal Geschenke, und am Ende eine Überraschung für alle.

Herzlich, feierlich und erwartungsvoll ist die Stimmung in der altehrwürdigen Schlossbühne im Rechberghäuser Rathaus, als Claudia Dörner ihre erste Gemeinderatssitzung eröffnet. Bürger seien keine da, stellt sie fest, und dann überbrückt sie ein paar Sekunden, damit sich Markus Malcher noch kurz sortieren kann – er hat nämlich etwas vorbereitet. „Einige kleine Geschenke“ im Namen des Gremiums. Einen Rechberghäuser Apfelsaft, das Starterset, einen Krug vom Hausemer Städtlesfest, zwei Karten für das Theater im Bahnhof, eine Portion „Süßis“, die Claudia Dörner in ihrer Amtsleiterzeit in Dettingen/Teck ans Herz gewachsen sind. Das Glas mit Bonbons und Gummibärchen bekommt einen Ehrenplatz, verspricht sie, und wird wohl zum Starterset der Süßis im Rechberghäuser Rathaus werden.

An „Spirit“ überreichte Malcher ein Rechberghäuser Apfel-Birnen-Secco (sieben Prozent), für den Sprit eine kleine Benzingutscheinkarte, weil die Bürgermeisterin ja bis auf weiteres Pendlerin ist. Auf einen Blumenstrauß hat Malcher bewusst verzichtet – davon habe sie ja schon genügend. Was die Rathauschefin bestätigt. „Mein Mann wird’s Ihnen danken, er kann’s schon nicht mehr sehen“, lacht sie. Deshalb einen Blumenstock. Der geht immer. Dörner zeigt sich überwältigt. All dies „eine Riesenüberraschung.“

Gespannt sind die Gemeinderäte, „was sich für uns alles ändert“, so Malcher. Eines zeigt sich schon. Die Themen werden jetzt standardmäßig mit Power-Point vorgetragen, nicht mehr von Fall zu Fall. „Beamer muss sein“, findet Dörner, sie will den Gemeinderat auf diese Weise mitnehmen. Sodann verzichtet sie auf das Pult, den Vorgänger Reiner Ruf genutzt hat. Er hatte die Sitzungen überwiegend im Stehen geleitet.

Dann geht’s in den grauen Alltag des Gemeinderats, der jetzt bunter wird. Erster Tagesordnungspunkt mit Beamer: Eine Bausache, es geht um Befreiungen vom Bebauungsplan. Der Vorschlag der Verwaltung, diese zu billigen, geht glatt durch. Eine Änderung des Bebauungsplans im Gewerbegebiet wird abgehandelt. „Geht ja ratz fatz“, freut sich Dörner. Beim nächsten Punkt beweist sie Geschick. Es geht um eine Vergnügungssteuer für Rechberghausen. Martin Kriegisch geht der Vorschlag von 18 Prozent nicht weit genug. Er plädiert für 20 oder gleich 25 Prozent. Letzteres sei wegen der Rechtssituaiton kritisch, sagt Dörner, schließt sich aber dem Gegenvorschlag an. Sie stellt 20 Prozent zur Abstimmung und nimmt damit den Gemeinderat mit – alle Hände gehen nach oben.

Aufs Tempo drängt Dörner kein bisschen, und die Erörterung der Rechberghäuser Baustellen nebst Umleitungen und Schleichverkehr dauert ihre Zeit. Gleichwohl ist der Gemeinderat nach knapp einer Stunde durch. „Wahrscheinlich ein Rekord für Rechberghausen“, verkündet Dörner. Die Tagesordnung hat noch Vorgänger Reiner Ruf zusammengestellt, was aber keine Erklärung dafür ist. In wenigen Wochen folgt die nächste Sitzung in Dörners kompletter Regie.