Eislingen Stücke mit Aussage anstelle von Trendigem

Seit 2004 leitet der Salacher Sozial- und Theaterpädagoge sein Netzwerk-Projekt "Theaterfüreinjahr" als Regisseur, Organisator und Produzent.
Seit 2004 leitet der Salacher Sozial- und Theaterpädagoge sein Netzwerk-Projekt "Theaterfüreinjahr" als Regisseur, Organisator und Produzent. © Foto: Hans Steinherr
Eislingen / HANS STEINHERR 18.12.2014
Vor zehn Jahren gründete der Sozial- und Heilpädagoge Thomas Faupel sein kulturelles Netzwerk-Projekt "Theaterfüreinjahr". Theater zu machen versteht er als praktizierte Sozialpädagogik.

"Wir spielen alle ehrenamtlich und keiner zahlt einen Mitgliedsbeitrag. Das macht den Unterschied zu einem Verein", betont Thomas Faupel. Wir, damit meint er all die Laienspieler, die mit ihm seit nunmehr zehn Jahren ins Scheinwerferlicht der Theaterbühne treten.

Im Jahr 2004 hat der Salacher Sozial- und Theaterpädagoge mit seinem kulturellen Netzwerk-Projekt "Theaterfüreinjahr" angefangen. Um anderes Theater zu machen, wie Faupel sagt. Theater um des Theaters wegen, das war seine Idee. Theater zu spielen um seiner selbst willen - mit Stücken, die ihm gefielen und die etwas, was ihm wichtig erschien, aussagen sollten. Nichts Pragmatisches oder trendige Theaterstücke, die aus kommerziellen Gründen gespielt werden. "In einem Verein würde das anders ablaufen", sagt Thomas Faupel.

Das Risiko war groß und sein Vorhaben mutig, weil sich Faupel zumutete, Spiritus rector zu sein und als Regisseur, Organisator und Produzent über alles allein zu bestimmen - angefangen von der Auswahl der Stücke, der Suche nach geeigneten Mitspielern und passenden Spielorten über Finanzierung, Regie, Kostümbeschaffung, Bühnengestaltung bis hin zur Werbung.

Thomas Faupel hatte 1995 bei der Göppinger Theatergruppe "Dacapo" angefangen und Spielerfahrung gesammelt. 2002 hatte er dort im Stück "4 letzte Lieder" von Nirav Christophe auch Regie geführt. Faupel wusste in etwa, was mit "Theaterfüreinjahr" auf ihn zukommen würde. Von der ersten Idee bis zur finalen Aufführung rechnete er sich ein Jahr Zeitaufwand aus. So fand Faupels Theaterprojekt wie von selbst zu seinem Namen. Das Premieren-Stück "Königin C" von Laura Ruohonen kam in der Eislinger Stadthalle zur Aufführung. Faupel bohrte bei seinem Eislinger Zahnarzt nach. In Dr. Bühler fand Faupel einen wichtigen Sponsor. Und in der Volksbank. Beide unterstützen Faupels Projektarbeit bis heute.

2008 erweiterte Faupel sein Theaterwissen und belegte für zwei Semester in Ludwigsburg den Studiengang Theaterpädagogik. In Faupels Inszenierungen gibt es immer wieder Überschneidungen zwischen darstellenden und bildenden Künsten. Theaterarbeit ist für ihn ein Stück sozialpädagogische Gruppenarbeit. Bis die Jubiläumsproduktion "Unter dem Milchwald" von Dylan Thomas in diesem Jahr stand, hatte es länger als üblich gedauert. Faupel suchte einige Zeit vergeblich nach einem Chor, der sprechen und nicht singen sollte. "Chöre wollen halt singen", sagt Faupel.

Das Gute liegt oft nah. Faupels Ehefrau Dorothe singt im Eislinger Chor "Salto Vocale" mit. Deren Mitglieder waren bereit, mit Faupel, dem Theatermacher, mal was ganz anderes auf die Bühne zu bringen.

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