Kreis Göppingen / Stefanie Schmidt Im Januar verletzte ein damals 18-Jähriger seinen Bruder mit einem Messer schwer am Hals. Nun steht er wegen versuchten Totschlags in Ulm vor Gericht.

Dreimal musste die Polizei in der Nacht zum Sonntag, 13. Januar, zu einer Doppelhaushälfte in einem Ort im Oberen Filstal ausrücken. Die ersten beiden Male hatte Johanna S. (alle Namen von der Redaktion geändert) die Beamten verständigt: Ihr Bruder Thomas B. verwüste im betrunkenen Zustand sein Zimmer, rede mit sich selbst und höre laut Musik. Die Polizisten sprachen mit dem Mann, der sich danach anscheinend für kurze Zeit beruhigte.

Die Polizei hat in diesem Jahr bis Ende April insgesamt 621 Menschen in Geislingen kontrolliert. Dank der Kontrollen haben die Polizisten 46 Straftaten ermittelt, darunter 27, die mit Betäubungsmitteln zu tun haben.

Die Situation eskalierte: Mit Klappmesser auf Bruder eingestochen

Als die Polizisten zum dritten Mal verständigt wurden, war die Situation eskaliert: Michael B., der Bruder von Johanna S. und Thomas B., hatte mit einem Klappmesser auf Thomas B. eingestochen und ihn schwer am Hals verletzt.

Am Montag musste sich der heute 19 Jahre alte Michael B. nun vor der 2. Großen Jugendkammer des Landgerichts Ulm wegen versuchten Totschlags im Tateinheit mit schwerer Körperverletzung verantworten.

Angeklagter bekennt sich zur Tat

Der Angeklagte äußerte sich vor Gericht ausführlich zu der Tat, die er nicht abstreitet. Er habe befürchtet, dass sein Bruder kurz davor sei, seine Schwester zu schlagen, erläuterte Michael B. Die beiden hätten sich lautstark gestritten, weil Johanna S. den Bruder aufgefordert hatte, am nächsten Tag auszuziehen.

Er habe seinen Bruder nicht töten wollen, beteuerte der Angeklagte: „Ich wollte nur, das es endlich wieder ruhig ist.

Mit einem Urteil ist am 22. Mai zu rechnen.

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