Heiningen Rinderschau beim Heininger Ostermarkt

Heiningen / SABINE ACKERMANN 03.04.2018
Eine Schau junger Rinder und ein Krämermarkt lockten am Ostermontag bei Kaiserwetter viele Menschen nach Heiningen.

Ganz besonders schätzen es die Besucher des Ostermarkts in Heiningen, wenn neben der üblichen importierten Massenware wie Handtaschen, Geldbeutel oder Kleidung, auch nicht Alltägliches angeboten wird. Beispielsweise die Edelbrände von Hermann Dautel: Die Heininger Brennerei verwendet ausschließlich Obst von heimischen Streuobstwiesen, darunter die „Nägeles Birne“ oder ein fast vergessener „Quittenbrand“.

Gleichfalls naturrein sind die Blüten, Harze, Kräuter, Öle und der Weihrauch vom nächsten Händler. Letzteres heiliges Räucherwerk aus luftgetrocknetem Gummiharz erfülle immer mehr im privaten Gebrauch seinen Sinn und Zweck, erklärt Daniel Hermann aus Tannhausen, der versichert: „Die Menschen gehen zurück zur Naturheilkunde, so beugt Weihrauch Erkältungen vor“. Seit vier Jahren komme er gerne hierher, verrät er und lobt: „Das Platzgeld ist günstig, und die Leute machen Spaß“.

Ihre Ostermarkt-Premiere feiern zwei Arbeitskolleginnen aus einer Weilheimer Bäckerei. Konditorin Alexandra Hofmann aus Heiningen hat Kreatives aus Beton mitgebracht und Werbefachfrau Manuela Hagenmaier aus Wiesensteig bietet Selbstgenähtes unter dem Namen „Das Blumenkind“ an.

Was beim Heininger Ostermarkt nicht fehlen darf, sind die unterschiedlichen Stände mit süßen und herzhaften Gaumen­genüssen, die durchweg dicht umringt waren. „Warum zu Hause essen, wenn’s hier besser schmeckt“, neckt Kai Kauffmann seine Frau Ramona, die ihm dafür einen Knuff verpasst. Beide steuern besonders die Stände an, wo es heimische oder selbstgemachte Produkte zu kaufen gibt. „Schade, dass im unteren Filstal gerade an Ostern absolut tote Hose ist“, bedauert das Ehepaar.

Nix los? Davon ist man in Heiningen meilenweit entfernt. Besonders in den engen Straßen gibt es kaum ein Durchkommen für Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle. Diese Gratwanderung zwischen Sicherheit und Marktflair erkennen auch Peter Dollerschell und Markus Stegmaier, nennen das Problem beim Namen: „Die Stände stehen sich zu dicht gegenüber, dadurch ist die Lauffläche viel zu eng. Benötigt jemand dringend ärztliche Hilfe, kommt man kaum mit einer Krankentrage durch“, so die Feuerwehrmänner, die bei jedem Markt ehrenamtlich im Einsatz sind. Diese Gefahr wollen die Männer bei einigen Ständen der insgesamt 110 Händlern ändern.

Richtig Platz haben dafür die muhenden Vierbeiner, die vor hunderten von Zuschauern Freiheit wie Sonnenlicht gleichermaßen genießen. Ob die elfjährige Sina, die ihr vier Wochen altes Kälbchen „Stupsi“ gut im Griff hat oder Fred Vöhringer, der den „Schönheitswettbewerb“ der Rindviecher eigentlich von seinem Balkon verfolgen könnte, die Kuhschau in Heiningen ist immer noch ein Erlebnis, das sich auch Bürgermeister Norbert Aufrecht nicht nehmen lässt.

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