Bauprojekt Stellungnahmen zum neuen Feuerwehrmagazin

Wangen / Werner Schmidt 17.07.2018

Mit den Planungen zum neuen Feuerwehrmagazin in Wangen geht es voran. In der jüngsten Sitzung legte Bürgermeister Troy Dutta den Gemeinderäten die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung zum geplanten Bebauungsplan vor.

Die Stellungnahmen des Umweltschutzamtes nehmen den breitesten Raum ein. Allerdings folgt die Gemeinde nicht allen Empfehlungen. Zunächst verweist das Amt auf die Lärmbelästigungen, die durch die 20 Parkplätze entstehen könnten, die direkt vor dem Wohnhaus in der Hauptstraße 112 geplant sind. Insbesondere nachts könne dies zu Überschreitungen der Lärmgrenzwerte führen, mahnt das Umweltschutzamt an. Ein Argument, das die Planer und die Verwaltung zurückweisen, denn es handele sich ausschließlich um Parkplätze für die Feuerwehr, „die selten frequentiert und nur im Übungs- und Einsatzfall benötigt werden“. Verschöbe man die Parkplätze wie vom Amt empfohlen nach Süden, könne dies im Einsatzfall zu Behinderungen führen. So entschied sich der Gemeinderat dafür, den bisherigen Standort beizubehalten.

Im Zusammenhang mit dem Naturschutz hat das Landratsamt der Gemeinde verdeutlicht, dass sie während der vergangenen zehn Jahren ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. So seien für diverse Baumaßnahmen aus der Vergangenheit bisher keine Ausgleichsmaßnahmen erfolgt. Die Naturschutzbehörde spricht sogar davon, dass „bisher keine ernsthaften Bemühungen erkennbar“ gewesen seien. Und da wegen des Baus des Feuerwehrmagazins ein weiterer Ausgleichsbedarf entstünde, versage die Behörde ihre Zustimmung solange, bis konkrete Maßnahmen zur Deckung des bestehenden Defizits zugesichert seien.

Nach Darstellung der beauftragten Planer des Büros „mquadrat“ sei dies zumindest vorerst kein Problem, denn die Aufstellung des Bebauungsplans könne dadurch nicht verhindert werden. Eng könne es allerdings werden, wenn die Gemeinde das Baugesuch im Landratsamt einreiche: „Hier brauchen wir es unbedingt im Boot“, beschwor der Planer die Gemeinderäte.

Allerdings hat die Gemeinde das Problem erkannt. Sie wolle sich der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen annehmen, hieß es dazu von Gemeinderat und Verwaltung in der Sitzung. Und Gemeinderat Uwe Uebele verwies nochmal darauf: „Wir müssen unbedingt zügig etwas tun. So wie die Behörde schreibt, ist erkennbar, dass sie aufgrund des langen Planungs-Zeitraums Probleme sieht.“

Das Landwirtschaftsamt wies auf ein gänzlich anderes Problem hin, denn es riecht. Das Feuerwehrmagazin wird mitten in die Geruchsfahrbahn eines anliegenden Rinder- und Schweinemastbetriebs gebaut: „Das Plangebiet befindet sich genau in der Hauptwindrichtung“, teilt das Amt mit. Die Überschreitung der Emissionswerte seien jedoch zulässig, da sich „Personen hier nicht ganztägig oder während eines ganzen Arbeitstages aufhalten“. Gleichzeitig macht das Amt aber auch klar: „Die im Plangebiet gegebenen höheren Geruchshäufigkeiten sind hinzunehmen und können nicht Grundlage für Forderungen zur Emissionsminderung des landwirtschaftlichen Betriebes sein.“ Das bedeutet, dass der Betrieb Bestandsschutz hat, auch was die nach außen dringenden Gerüche betrifft.

Rund zwei Millionen Euro teures Projekt

Kosten Die Wangener Feuerwehr braucht mehr Platz, deshalb wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches ermitteln sollte, wie hoch die Kosten für eine Sanierung des Feuerwehrmagazins oder einen Neubau sind. Das Ergebnis: Die Feuerwehr kann in Zukunft am derzeitigen Standort nicht untergebracht werden und die Sanierung hätte laut Gutachter rund 1,9 Millionen Euro gekostet. Für den Neubau setzte der Gutachter etwa 1,925 Millionen Euro an.

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