Salach Staufeneckschule unterstützt Kolumbien

Wie alles begann: Auf der Dachterrasse im Waisenhaus La Estrella mit der Leiterin Madre Maria Josefina, die zwölfjährige Mariela, Renate Winter und ihr Mann Karl Winter mit der sechsjährigen Amanda auf dem Arm (von links).
Wie alles begann: Auf der Dachterrasse im Waisenhaus La Estrella mit der Leiterin Madre Maria Josefina, die zwölfjährige Mariela, Renate Winter und ihr Mann Karl Winter mit der sechsjährigen Amanda auf dem Arm (von links). © Foto: Privat
Salach / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 26.11.2014
Es ist wieder "Medellin-Tag" in Salach. Seit 40 Jahren engagiert sich die Staufeneckschule für die Organisation "Providencia Social Cristiana", für die die Helfer bisher rund 100.000 Euro an Spenden gesammelt haben.

Eine Hilfsaktion für Kinder, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, kam vor 40 Jahren ins Rollen. "Ich war der Geburtshelfer", erzählt Karl Winter, ehemaliger Lehrer an der Salacher Staufeneckschule, und lacht dabei. Mit seiner Freundschaft zu dem in Kolumbien lebenden Priester Wilfried Weber und einer Summe von 750 Mark begann die Spendenaktion für kolumbianische Waisenkinder in Medellin. "Wir waren die junge Generation und wollten etwas Neues kreieren", erinnert sich Karl Winter.

Mit dem Erlös eines Schulfestes machte er sich auf den Weg ins ferne Südamerika. In einem eher zufällig ausgewählten Waisenhaus wurde die Patenschaft für zwei kleine Mädchen übernommen. Die Kinderhaus-Gründerin, Madre Maria Josefina, sorgte mit ihrem Satz: "Dürfen wir nächstes Jahr wieder mit einer Spende rechnen?" für das zündende Schlüsselerlebnis bei dem Salacher. Aus der einst kleinen Spendenaktion entwickelte sich eine feste Partnerschaft. Mittlerweile umfasst die "Providencia Social Cristina" 28 Waisenhäuser, Kinderheime und Tagesstätten mit rund 3000 Kindern in und um die südamerikanische Millionenstadt Medellin.

Als Karl Winter 1980 die Staufeneckschule verließ, hielten Schulleitung, Lehrerkollegium und Schüler ihr Engagement für Kolumbien aufrecht. Eine neue Ära brach mit Edeltraud Frey und Thomas Wollny an. Sie veranstalteten 1984 den ersten Weihnachtsbasar zugunsten von Medellin. Seit vier Jahrzehnten besteht das ungebrochene Engagement jetzt und wird, wie immer am Donnerstag vor dem ersten Advent, diesmal mit einem Geburtstagsfest, "Salsa Feeling" und der 30. Auflage des traditionellen Weihnachtsmarktes gefeiert.

"Die ganze Gemeinde ist eingebunden", freut sich Rektor Sven Bayer über die Aktion, die inzwischen, so der Schulleiter, zum "Selbstläufer" wurde. Eltern, Lehrer, Förderverein, der türkische Elternverein, die SMV und die Küchengruppe sind für das schulische Jahreshighlight aktiv. Auch der stellvertretende Schulleiter, Achim Auwärter, ist von der Entwicklung über Generationen hinweg, beeindruckt. "Die Lehrer wissen, was auf sie zukommt und mit den Kindern wird im Vorfeld gekocht, gebacken und gebastelt", sagt Auwärter. Für das "40-Jährige" haben Techniklehrer, Schüler und der Hausmeister sechs eigene Marktstände entwickelt und gebaut, das i-Tüpfelchen lieferten fleißige Frauenhände mit selbstgenähten Accessoires.

Das Miteinander ist Trumpf, und wenn Mensa und Aula zum Festsaal werden, freuen sich auch viele Besucher über seltene Begegnungen. Rektor Bayer sagt: "Der Basar mit seinen vielfältigen Angeboten ist verstärkt zum sozialen Event geworden, weil sehr viele ehemalige Schüler und Lehrer sich den Markt nicht entgehen lassen."

Info: Die "Aktion Südamerika" findet morgen, Donnerstag, von 16 bis 21 Uhr in der Staufeneckschule Salach statt.