Verkehr Stau bleibt auf der A 8

Die erste der drei Vollsperrungen der A 8 am Wochenende verlief glimpflich: Staus gabs nur auf der Autobahn und kurz hinter der Abfahrt Mühlhausen.
Die erste der drei Vollsperrungen der A 8 am Wochenende verlief glimpflich: Staus gabs nur auf der Autobahn und kurz hinter der Abfahrt Mühlhausen. © Foto: sle
Kreis Göppingen / THOMAS HEHN 25.11.2014
Das Chaos blieb aus: Die Sperrung der A 8 am Wochenende verlief glimpflicher als befürchtet. Wenn es sich staute, dann auf der Autobahn. Im Täle konnte der Verkehr dagegen meist ungehindert rollen.

"Die Umleitungsstrecken waren gut gefüllt. Das befürchtete Chaos blieb aber aus." Relativ gelassen konnte Polizeisprecher Rudi Bauer das Fazit der Behörden zur Vollsperrung der A 8 zwischen Mühlhausen und Merklingen wegen Baumfällarbeiten am Wochenende ziehen.

Dass es "immer wieder mal klemmt" (Bauer), war den Verantwortlichen schon im Vorfeld klar gewesen. Das grundlegende Konzept der Behörden ist dagegen aber voll aufgegangen: "Wenn sich's staut, dann soll der Stau auf der Autobahn bleiben. Auf der B 466 soll der Verkehr dagegen rollen", hatte zuvor ein Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) in Stuttgart betont - und am Ende recht behalten: Während sich vor der A 8-Ausfahrt in Mühlhausen der Verkehr auf der Autobahn bis zu sieben Kilometer zurückstaute, lief es dann mit einigen Ausnahmen anschließend im Täle weitgehend reibungslos.

Da immer wieder im Radio und auf der A 8 schon hinter Stuttgart auf die Vollsperrung hingewiesen wurde, verließen viele Autofahrer die Autobahn bereits in Wendlingen und wichen auf die B 10 aus. Abgesehen von kurzzeitigen Stockungen bei Süßen, floss der Verkehr aber auch dort. "Unfälle gab's deswegen ebenfalls nicht mehr als sonst", versichert Bauer.

Lärmschutztunnel bei Gruibingen als "Schwachstelle"

Dass sich der Verkehr auf der Autobahn so weit zurückstaute, lag auch an einer konstanten "Schwachstelle": dem Lärmschutztunnel bei Gruibingen. Bekanntlich schalten die Ampeln vor dem Tunnel in dem Moment auf Rot, wenn es sich hinter dem Tunnel an der Ausfahrt Mühlhausen staut. So wurden auch am Wochenende aus einem Stau zwei - einer vor und einer hinter dem Tunnel - und der Tunnel selbst meist nur in "Blockabfertigung" passierbar. Ein weiteres Nadelöhr bildete die Ampel bei der Autobahnausfahrt in Mühlhausen. Um die Autos zügiger von der A 8 zu bekommen, wurde die Ampel am Samstagnachmittag für rund zwei Stunden ausgeschaltet und die Autobahnpolizei regelte den Verkehr von Hand.

Beim Regierungspräsidium verteidigt man sowohl Tunnelsperrungen wie die Ampelschaltung in Mühlhausen: "Im Tunnel darf es keinen Stau geben. Wenn's da brennt, haben wir ein Inferno", gibt der RP-Sprecher zu bedenken. Es mache auch keinen Sinn, die Ampel in Mühlhausen auf "Dauergrün" für den A 8-Verkehr zu stellen: Das hohe Verkehrsaufkommen würde wiederum die Umleitungsstrecke nicht verkraften - "und dann steht man irgendwann auf der B 466 Stoßstange an Stoßstange."

Verständnis hat man bei Polizei und Behörden indessen für den Ärger vieler Verkehrsteilnehmer über eine andere Ampel am Ende der Umleitungsstrecke bei Merklingen. Hier war vor allem am Sonntagabend ausgerechnet die letzte Signalanlage vor der Autobahnauffahrt schuld daran, dass sich der Verkehr bis zu zwei Kilometer staute.

Auf der B 466 rollte der Verkehr

Im Täle sorgten dagegen rechtzeitig auf optimalen Verkehrsfluss programmierte Ampeln dafür, dass es auf der B 466 rollte. Zuweilen sogar so gut, dass es einige Autofahrer prompt bereuten: So hat ein GZ-Leser am Sonntagnachmittag auf der Fahrt in Richtung Wiesensteig beobachtet, wie auf der Gegenrichtung gleich drei Autos hintereinander vom Starenkasten in Gosbach geblitzt wurden.

Keine Probleme auch in Gruibingen. Dort hatte man befürchtet, dass viele Autofahrer die U 27 über Weilheim nehmen und dann der Verkehr volle Breitseite durch den Ort rollt. "Hin und wieder kam mal ein Pulk durch. Aber ansonsten war nicht viel los", versichert eine Gruibingerin. Dagegen erfreut sich das "Schlupfloch" Raststätte offenbar vor allem bei Ortskundigen weiterhin großer Beliebtheit. Auch am Wochenende wurde die Schranke an der Betriebszufahrt von der L 1213 zur Raststätte mehrfach mit Spezialschlüsseln geöffnet. Da die Polizei immer wieder kontrollierte, war das Schlupfloch stets schnell wieder zu.

Bei dieser Gelegenheit wurde ein Autofahrer sogar dabei ertappt, wie er einen schweren Findling beiseite rollte, um über eine Wiese von der Raststätte zu kommen.