Kreis Göppingen Statt zum Brand durchs ganze Land

Landrat Edgar Wolff (links) und Kreisbrandmeister Michael Reick auf der Strecke. Hohenstadts Kommandant Joachim Götz (hinten) passt auf, dass sich die beiden nicht verlaufen.
Landrat Edgar Wolff (links) und Kreisbrandmeister Michael Reick auf der Strecke. Hohenstadts Kommandant Joachim Götz (hinten) passt auf, dass sich die beiden nicht verlaufen. © Foto: Alexander Jennewein
Kreis Göppingen / Von Thomas Hehn 13.07.2018
Seit Mittwoch laufen 16 Feuerwehrleute aus dem Landkreis quer durchs Land: Vom Bodensee geht es 320 Kilometer zum Landesfeuerwehrtag in Heidelberg.

Normalerweise halten Brände und Unfälle die Feuerwehr auf Trab. Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick hat der Landesfeuerwehrtag vom 14. bis 21. Juli in Heidelberg inspiriert, seinen Leute Beine zu machen. Wenn sich schon Wehren aus dem ganzen Land in der Kurpfalz-Metropole  treffen, dann sollten die Floriansjünger aus dem Landkreis auch durchs ganze Land anrücken, sagte sich Reick und rief im Frühjahr den „Feuerwehrlauf“ des Landkreises ins Leben. Ziel: Vom südlichsten Zipfel des Ländles los- und rechtzeitig zum Beginn des Landesfeuerwehrtages am 14. Juli in Heidelberg einlaufen.

Staffellauf spart Kräfte

Reick hat 15 noch weitere Mitstreiter von seiner Idee begeistern können. Nach monatelangem Training sind die Läufer am Mittwoch um 20 Uhr in Kressbronn am Bodensee gestartet und kurz vor Mitternacht auch alle in Weingarten angekommen.

Dass die Truppe keine Ausfälle verkraften musste, liegt auch an der Organisationsform: Da funktionierendes Teamwork bei Feuerwehren oft lebenswichtig ist, betreibt auch Reicks Laufgruppe Arbeitsteilung und absolviert die Strecke als Staffellauf. „Jeder läuft ein Stück und wird dann von einem anderen abgelöst“, erläutert Mitläufer Volker Klingler von der Feuerwehr in Uhingen das Prinzip. Das spart natürlich Kräfte. Trotzdem soll jeder am Tag zwischen zehn und 15 Kilometer zurücklegen, betont Klingler. Außerdem sei eigentlich nie einer allein unterwegs: „Da gibt es fast immer zwei, drei Kameraden, mit ihm laufen.“

Ihre Pausen verbringen die Staffelläufer in einem  Mannschaftstransportwagen (MTW), der dem Feld vorausfährt. Ein zweiter MTW transportiert das Equipment. Und das ist überschaubar: „Unterwäsche, Schlafsack und ein paar Wechselklamotten. Mehr brauchen wir nicht“, versichert der Kreisbrandmeister.

Nur einmal verlaufen

Da Floriansjünger überall zusammenhalten, wird die Staffel auf ihrem Weg stets von jenen  Feuerwehren betreut, durch deren Gebiet es gerade geht. Die ortskundigen Kameraden schauen auch, dass die Gruppe nicht vom Weg abkommt. Und so haben sich die Göppinger bislang nur einmal verlaufen: Zwischen Tettnang und Ravensburg war  plötzlich das Navi aus und auch kein Ortskundiger in Sicht. „Da sind wir ein paar Umwege gelaufen“, räumt der Feuerwehrchef ein. Ansonsten sei bislang alles glatt gegangen, freut sich Reick nicht nur über die hilfreiche Begleitung, sondern auch über die herzliche Aufnahme an den Etappenzielen: „In Weingarten wurde noch gegrillt. Wenn man abends zusammen sitzt, ist das ein tolles Gefühl.“ Nach einer kurzen Nacht auf Feldbetten im Feuerwehrmagazin war am Donnerstag Hohenstadt die nächste Station. Von dort ging es gestern weiter bis nach Walheim im Landkreis Ludwigsburg.

Während die joggenden Feuerwehrmänner auf ihrem Weg immer wieder von Kameraden der  Wehren vor Ort begleitet wurden, hatten sie auf der Alb einen prominenten Mitläufer: Landrat Edgar Wolff ließ es sich nicht nehmen, die Truppe zumindest ein paar Kilometer zu begleiten: Wolff joggte nach dem Start um 6 Uhr morgens von Hohenstadt bis Berneck, dann musste sich der Landrat verabschieden: Im Kreistag wartete schon der nächste Marathon auf ihn –  diesmal im Sitzen. Die acht Kilometer auf der Alb war Wolff „aber ganz gut unterwegs. Der läuft regelmäßig“, stellt Reick anerkennend fest.

Zurück geht’s im Auto

Heute sind die Athleten um 5 Uhr in der Früh in Walheim zur Schlussetappe gestartet. Am Nachmittag wollen sie gegen 16 Uhr hoffentlich rechtzeitig, aber sicher unter großem Hallo zur Eröffnung des Landesfeuerwehrtages auf dem Universitätsplatz in Heidelberg einlaufen.  In vier Tagen haben die  ausdauernden Floriansjünger dann zehn Landkreise durchquert und 320 Kilometer heruntergespult. „Zurück geht’s im Auto“, betont der Kreisfeuerwehrchef. Schließlich braucht er seine Leute ja auch noch für andere Dinge.

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