Windkraft Stadträte schützen Heidentaler

Wiesensteig / Sabine Graser-Kühnle 18.05.2018

Mit nur einer Gegenstimme hat Wiesensteigs Gemeinderat gegen den bei Hohenstadt geplanten Windpark gestimmt. Diesen wollen die Unternehmen Albwerk Geislingen, Energieversorgung Göppingen und Planet Energy aus Hamburg, einer Tochter von Greenpeace Energy, bauen.

Die Räte stellen sich mit großer Mehrheit hinter die Bewohner des Heidentals, das auf Wiesensteiger Gemarkung liegt. Für sie befürchten die Wiesensteiger Bürgervertreter starke negative Auswirkungen durch Schattenwurf und Windschlag dieser vier geplanten Windkraftanlagen, die obendrein die höchsten und effektivsten sein sollen, die es bis zu diesem Zeitpunkt geben wird (wir berichteten).

Als „skrupellosen Umgang mit der Wohnqualität“ bezeichnete Manfred Schmid die Haltung des Landratsamts in diesem Genehmigungsverfahren, zu dem Wiesensteig seine Stellungnahme abgeben kann, weil eine Anlage an ihre Gemarkung grenzt. Schmid wolle eine Bürgerinitiative gründen, die „solche Absichten im Keim ersticken soll“, sagte er sichtlich erregt. Bürgermeister Gebhard Tritschler holte den Stadtrat zurück zur Sachlichkeit und betonte, dass die Göppinger Kreisbehörde lediglich das tue, was ihre Aufgabe sei: objektiv, einzig nach Recht und Gesetz zu entscheiden.

Stadtrat Wolfgang Hauser verglich die 230 und 240 Meter hohen Windkraftanlagen mit der Höhe des Stuttgarter Fernsehturms von knapp 217 Metern: „Da werden vier Fernsehtürme rund um Hohenstadt aufgestellt, ich glaube nicht, dass unsere Heidentaler davon begeistert sind.“ Neben der möglichen Lärmbelästigung und Verschattung brachte Thomas Weimper das Thema Verschandelung der Landschaft in die Diskussion ein. „Wir fördern und treiben seit vielen Jahren unseren Tourismus voran, da machen sich die Räder nicht gut.“ Renate Rothfuß kritisierte, dass zwei der von der Stuttgarter Firma Megawatt geplanten Anlagen mitten im Wald stehen sollen. „Der Wald ist zu schützendes Gut und das hat hier offensichtlich gar keine Bedeutung.“

Die negative Stellungnahme des Wiesensteiger Gemeinderats wird nunmehr an die Genehmigungsbehörde im Landratsamt Göppingen verschickt. Dabei bezieht sich die Stadtverwaltung Wiesensteig zuerst auf die geplante Anlage W2 im Heidental, lehnt aber ebenso die anderen drei Anlagen mit folgender Begründung ab: negative Auswirkungen durch Verschattung und Windschlag sowie Verschandelung der Landschaft.