Süßen Stadtfest lockt mit Musik, Tanz und Flohmarkt

Süßen / Peter Buyer 09.07.2018
Das Süßener Stadtfest lockt die Besucher mit viel Musik, Tanz und einem Flohmarkt. Und am Ende mit Hahnentanz und Gummientenrennen.

Glück kann man kaufen. In Süßen, auf dem Flohmarkt in der Barbarossastraße. „Glück kommt selten allein“, heißt das Buch, vom Umschlag lächelt Autor von Eckart von Hirschhausen und es kostet nicht viel. Auch wer keine Lust auf gedrucktes Glück hat, findet an den Ständen genug, was ihn zufrieden oder gar glücklich macht: Teddybären in Lederhosen, eine Ritterrüstung aus Plastik, Kuhglocken in jeder Größe, Fuchs- und Marderfelle, Götz-Biergläser, ein Nachttopf, Emaille-Eimer oder sechs Schmuckteller mit Stadtansichten aus, nun ja, Braunschweig. Wie kommen die nach Süßen? „Die habe ich aus Heidenheim“, sagt die Verkäuferin. Ach so. Kosten dafür auch nur fünf Euro.

Zum Süßener Stadtfest, das 23. seit der Erhebung zur Stadt im Jahre 1996, ist das Angebot auf dem Flohmarkt bunt, und bunt geht es auch rund um Rathaus, Kirche und Zehntscheuer zu. Am Sonntagmittag spielt und bläst der Musikverein Donzdorf auf der Bühne vor dem Rathaus das Lied „Downtown“, und in Downtown Süßen ist unter der brennenden Sonne des Südens richtig was los.

Auf den Bänken sitzen die Besucher, auf den Tischen stehen Teller mit Maultaschen, Palatschinken, Roter Wurst oder Fleischkäs. Angesichts der Hitze ist das beliebteste Getränk die Apfelschorle, aber das sollte sich gegen Abend noch ändern. Nicht nur am Rathaus spielt die Musik, am anderen Ende der Marktstraße bläst und singt die Bayernkapelle Göppingen, neben der Zehntscheuer ist die Original Banater Schwabenkapelle zugange. Wer die Maultaschen aufgegessen hat, schunkelt hin und her, eine ältere Dame dirigiert vom ihrem Rollstuhl aus lächelnd mit.

Spaß haben auch die jungen Besucher, im Garten zwischen Rathaus und Kolping-Musikschule klettern Kinder einen glatten Holzpfosten hinauf, oben baumeln Gutscheine und Tütchen mit allerlei Gewinnen und warten auf die, die es ganz nach oben schaffen. Hilfe kommt auch aus dem Rathaus, Dieter Niethammer hilft den Kindern. Wenn ein Fuß abrutscht, stützt der Stadtkämmerer den Kinderfuß, und wenn es gar nicht klappt, lässt ein weiterer Helfer den Kranz, an dem die Gewinne hängen, etwas herunter. Auf ihre Kosten kommen alle, denn für den einen Euro, den das Klettern kostet, gibt es Gutscheine für Eis oder für das Hallenbad, Tüten voll mit Süßigkeiten, Luftballons oder Wolle zum Basteln. Die Schlange ist lang, die Idee mit dem Gewinne-Kletterbaum, in Göppingen zum Maientag schon Tradition, hat der Förderverein der Kolping-Musikschule gehabt, der auch die Gewinne, meist Spenden von örtlichen Unternehmen, zusammengesammelt hat.

Nebenan auf dem Rathausplatz geht es auch am Nachmittag richtig rund. Volkstanzgruppen aus aller Herren Länder zeigen ihre Trachten und Tänze, allen voran die umtriebige Volkstanzgruppe des Schwäbischen Albvereins.

Und wie kommt man dahin, nach Süßen zum Stadtfest? Natürlich mit dem Fahrrad. Neben der Johann-Georg-Fischer-Schule in der Heidenheimer Straße betreibt der Kreisverband Göppingen des Allgemeine Deutsche Fahrradclubs (ADFC) an den Tagen des Stadtfestes einen bewachten Fahrradparkplatz. Fast rund um die Uhr, ADFC-Mann Thomas Gotthardt hat am frühen Sonntagmorgen auf die letzten Nachtschwärmer gewartet, die ihre Räder gegen halb zwei abgeholt hatten.

Am Sonntagnachmittag füllt sich der Fahrradparkplatz wieder, das Stadtfest treibt weiteren Höhepunkten und danach dem Ausklang entgegen. Gegen Ende kommt in Süßen fast schon traditionell das Geflügel. Erst der 1980 wieder eingeführte Hahnentanz auf dem Rathausplatz und dann noch das Gummientenrennen auf dem Mühlkanal.

Der Hahnentanz war einst ein Erntetanz

Ursprung Der Hahnentanz, der heute traditionell beim Süßener Stadtfest aufgeführt wird, hat seinen Ursprung als Erntetanz. Beim dem Tanz erhielt das Siegerpaar als Preis einen Hahn.

Tradition Dass der Hahnentanz im Göppinger Raum früher als Erntetanz begangen wurde, ist in einem Gedicht des Süßener Heimatdichters Johann Georg Fischer überliefert. Mit Kreisarchivar Walter Ziegler, Bürgermeister Martin Bauch und der Volkstanzgruppe Süßen wurde die Tradition 1980 neu belebt.

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