Ebersbach Stadt widerspricht AfD-Mann

Ebersbach / TOBIAS FLEGEL 14.09.2018
Der AfD-Politiker Sandro Scheer glaubt keinen Rückgang des Rattenbefalls bei der Anschlussunterbringung zu erkennen.

Die Stadt Ebersbach weist den Vorwurf zurück, dass es unverändert viele Ratten rund um  Wohnungen für Flüchtlinge in der Daimlerstraße gibt. „Nach unserer Meinung ist das besser geworden“, sagt die für Flüchtlingshilfe zuständige Koordinatorin, Andrea Schiller. Sie stützt sich bei ihrem Urteil auf eigene Beobachtungen und Berichte von Bewohnern: „Die sagen, es sei deutlich besser geworden.“

Ein Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) hatte am Donnerstag auf Facebook erneut einen Rattenbefall angeprangert. „Zur Situation in der Daimlerstraße ist nach meinem Dafürhalten keine Verbesserung der Verhältnisse eingetreten“, schrieb Sandro Scheer in dem sozialen Netzwerk an die Stadtverwaltung. Um seine Behauptung zu untermauern, veröffentlichte er ein Bild, das einen mit Kartons überquellenden Papiercontainer vor einem roten Containerblock zeigt. Neben dem Behälter stehen das Gestell eines Hockers und ein Fußkissen, die offenbar ebenfalls entsorgt werden sollen. Die Aufnahme hat der AfD-Politiker nach eigenen Angaben am 12. September gegen 20.30 Uhr gemacht.

Für Scheer zieht das Gezeigte Ratten an – obwohl es sich um Kartons sowie Möbel handelt und nicht wie auf einem früheren Foto von Anfang August um Restmüll. „Leider ist eine Vermüllung um die Container weiterhin ein Magnet für Nager. Nur unwesentlich weniger Müll“, teilte er am Donnerstag auf Facebook der NWZ mit. An die Stadt schrieb er, dass ein „Kleintier grau“ an ihm vorbeigelaufen sei, als er das Bild am Mittwochabend machte.

Eine Firma für Schädlingsbekämpfung geht seit rund eineinhalb Monaten gegen Ratten in der Daimlerstraße vor. Mitarbeiter stellten mehrere Fallen mit vergifteten Ködern auf, an denen etliche Tiere verendeten, berichtet Andrea Schiller. Die Schädlingsbekämpfer hätten die Fallen mehrmals mit neuen Ködern bestückt. Die Firma habe den Auftrag, zwei Jahre gegen das Ungeziefer vorzugehen.

Das Angebot, die Situation vor Ort mit Vertretern der Stadt in Augenschein zu nehmen, nahm Sandro Scheer Ende August nicht an. „Zum Zeitpunkt der Termine war ich ortsabwesend“, erklärt er auf Nachfrage. Mit seinem jüngsten Post und Foto wolle er nicht die Stadt angehen, sondern einen Mangel abstellen.

Nach eigenem Bekunden sorgt sich der Politiker um die Gesundheit der Bewohner: „Viehzeug und Ratten harmonieren nicht mit Kindern.“ Der Familienvater befürchtet zudem, dass sich der Befall in der kalten Jahreszeit verschlimmert. „Wenn ich eine Maus wäre, würde ich auch eher dahin gehen, wo es warm ist“, sagt Sandro Scheer.

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