Asyl Ebersbach liegt bei der Unterbringung im Spitzenfeld

Ebersbach hat 40 Flüchtlinge in einem Containerdorf in der Daimlerstraße untergebracht und weitere 36 in städtischen Wohnungen.
Ebersbach hat 40 Flüchtlinge in einem Containerdorf in der Daimlerstraße untergebracht und weitere 36 in städtischen Wohnungen. © Foto: Staufenpress
Ebersbach / TOBIAS FLEGEL 08.12.2018
Die Stadt brachte bis Anfang Dezember 24 Menschen mehr unter als es die Quote des Landkreises vorsieht.

Die Stadt Ebersbach liegt bei der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen kreisweit im Spitzenfeld. Bis Dezember fanden 24 Menschen mehr als gefordert dort eine Wohnung. Mit dieser Zahl liegt die Kommune an vierter Stelle aller 38 Städte und Gemeinden im Kreis, teilten die Integrationsmanagerinnen Andrea Schiller und Binash Hussain am Dienstag im Ausschuss für Verwaltung und Bürgerschaftliches Engagement mit. Insgesamt lebten in Ebersbach und seinen Stadtteilen 221 Flüchtlinge in Anschlussunterbringung.

Drei Städte im Kreis haben noch mehr Geflüchtete mit Bleibeperspektive untergebracht als Ebersbach. Spitzenreiter ist Göppingen, das für 164 Flüchtlinge mehr als gefordert eine Anschlussunterbringung bereitstellte. An zweiter und dritter Stelle folgten Geislingen und Wiesensteig, die mit 95 und 27 Personen über der Sollgrenze lagen. Insgesamt erfüllen nur zehn Kommunen die Vorgaben des Kreises. Im unteren Filstal etwa müsste Uhingen drei Flüchtlinge mehr unterbringen als bisher, in den Gemeinden Albershausen und Schlierbach fehlt für 19 und 12 anerkannte oder geduldete Männer und Frauen eine Wohnung.

Den Erfolg bei der Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge muss Ebersbach womöglich doppelt bezahlen. Zum einen verursacht die Aufgabe Arbeit und Kosten in der Verwaltung und bei anderen Beteiligten. Zum anderen trägt Ebersbach über die Kreis­umlage Ausgaben mit. „Der Landkreis bekommt einen Teil der Kosten für die Unterbringung und für gelungene Integration von Flüchtlingen vom Land erstattet“, erklärt Schiller. Die Differenz zu den Ausgaben bezahlten Kommunen über die Umlage.

Nicht nur bei der Unterbringung leistet die Stadt Ebersbach und ihre ehrenamtlichen Helfer offenbar gute Arbeit. Ihre Bemühungen scheinen auch bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Arbeitsplatz für Flüchtlinge zu fruchten: Den Integrationsmanagerinnen zufolge arbeiten oder studieren inzwischen 55 der 252 in der Stadt und ihren Teilorten untergebrachten Personen. 20 gehen einer Arbeit in Vollzeit nach. Nach Angaben von Schiller und Hussain entspricht das dem doppelten Anteil, den das Institut für Mittelstandsforschung für das Land ermittelt hat. Laut einem Zeitungsbericht über die Untersuchung arbeiteten etwa neun Prozent der Flüchtlinge im Land in Vollzeit, in Ebersbach sind es 18 Prozent. In einem Beschäftigungsverhältnis stehen in Ebersbach 37 Prozent der Flüchtlinge, drei studieren.

Vor Schwierigkeiten stellt die Integrationsmanagerinnen immer öfter der Nachzug von Angehörigen. Mehrmals mussten sie in diesem Jahr eine größere Wohnung für anerkannte Flüchtlinge suchen, deren Frauen und Kinder sich plötzlich angekündigt hatten. „Die Männer wohnten in kleineren Appartements von 30 Quadratmetern“, berichtet Andrea Schiller. Dieses Jahre seien insgesamt zehn Personen ihren Angehörigen nach Deutschland gefolgt, 2017 war es nur eine Person. Für das kommende Jahr rechnet die Integrationsmanagerin mit zwölf Nachzüglern.

Großteil wohnt in Privatwohnungen

Unterbringung 145 Flüchtlinge wohnen in einer Privatwohnung in Ebersbach und den Stadtteilen. 40 Personen wohnen im Containerdorf in der Daimlerstraße und 36 Flüchtlinge in städtischen Wohnungen.

Unterstützung Nach Angaben von Integrationsmanagerin Andrea Schiller kümmern sich seit 2015 rund 40 Ehrenamtliche regelmäßig um die Flüchtlinge. Zum erweiterten Helferkreis gehörten weitere 60 bis 80 Personen, darunter auch Vertreter von der örtlichen Moschee.

Software Ehrenamtliche in Ebersbach haben eine eigene Datenbank entwickelt. Sie enthält Angaben wie Alter, Geschlecht, Herkunftsland, Sprachniveau oder Qualifikationen. Die Informationen werden mit Zustimmung der Flüchtlinge in der Datenbank gespeichert.

Kurse Die Flüchtlingshilfe in Ebersbach bietet mehrere Kurse an. In 2019 will sie verstärkt mit Schulen und Vereinen zusammenarbeiten.

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