Finanzen Staatsanwalt ermittelt beim Albverein

Bad Ditzenbach / SWP 01.07.2017

Der Albverein Bad Ditzenbach kommt nicht zur Ruhe: Jetzt hat sich die Staatsanwaltschaft Ulm im Streit um schwarze Kassen eingeschaltet. Bei mehreren Amtsträgern des Vereins fanden im Mai Hausdurchsuchungen statt – das bestätigte der zuständige Oberstaatsanwalt Werner Doster. Mitgenommen wurden eine Vielzahl an Unterlagen, Akten und Kassenbüchern. Die Prüfung kann noch Monate dauern. Die strafrechtlichen Vorwürfe beruhen auf mehreren Anzeigen, „die uns zugespielt wurden“, sagt Doster. Die Behörde ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue und der Bildung von schwarzen Kassen. Auch werde geprüft, ob Mitglieder des Vereins Geld für sich „abgezweigt“ hätten. Der Sprecher des Vorstandsteams im Verein, Rainer Maier, will sich „zu dem laufenden Verfahren nicht äußern“. Allerdings haben er und andere schon mehrmals betont, dass niemand im Verein Geld unterschlagen habe.

Wie berichtet, hat ein Neumitglied auf der Hauptversammlung 2016 den Stein ins Rollen gebracht, weil ihm der Einblick in die Kassenbücher des Vereins verweigert worden war. Es folgten Ermittlungen des Finanzamts, die Einschaltung eines Steuerbüros, ein Gerichtstermin und die Wiederholung der Mitgliederversammlung. Fazit nach gut einem Jahr: Die Ortsgruppe muss rund 100 000 Euro an Steuernachzahlungen und Strafzinsen sowie Kosten für die Steuerberater bezahlen. Der Verein stand kurz vor der Insolvenz. Vier Mitglieder aus der Vorstandschaft haben der Ortsgruppe ein zinsloses Darlehen über 75 000 Euro gewährt.

Der Mann, der Einblick begehrte, ist heute nicht mehr im Verein. Zusammen mit 35 anderen ist er rückwirkend zum 31. Dezember ausgetreten. 23 weitere haben auf Ende 2017 gekündigt. Die Ortsgruppe hat über 300 Mitglieder.

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