Gammelshausen Sprünge um 100 Prozent Gammelshausen erhöht Friedhofsgebühr

Gammelshausen / JÜRGEN SCHÄFER 25.09.2015
Gammelshausen erhöht die Bestattungsgebühren teilweise um über 100 Prozent. Grund: Teils stammen die alten Gebühren aus dem Jahr 2000.

Bürgermeister Daniel Kohl wirbt um Verständnis. "Wir haben's uns nicht einfach gemacht. Die neuen Gebühren sind teilweise hoch, aber es ist auch lange nichts gemacht worden." Hinzu komme die teure Friedhofserweiterung, die eine Gebührenerhöhung begründe. Die Gemeinde müsse auch dem Land beweisen, dass es seine Einnahmemöglichkeiten ausschöpfe, um an neue Zuschüsse zu kommen. Gammelshausen ist auf den Ausgleichsstock angewiesen, mahnte Kämmerer Michael Deiß. Für Kinderkrippe, Schule und gerade auch die Friedhofserweiterung gab es Zuschüsse von einer halben Million. Zuletzt lag die Kostendeckung im Friedhofswesen bei 53 Prozent.

Die Erhöhung ändert daran im Grunde nichts, weil die Friedhofserweiterung zu Buche schlägt. Friedrich Weiß prophezeite: "Das fliegt uns wieder um die Ohren." Man müsse weiter anpassen. "Wir haben Infrastruktur geschaffen, das ist teuer." Bürgermeister Daniel Kohl sagte zu, künftig alle drei, vier Jahre eine Erhöhung zu diskutieren. Das nächste Mal für 2019.

Hans Hohlbauch nannte die Zahlen "schon ein Paukenschlag", aber unvermeidlich. Walter Krummrein fand die neuen Gebührensätze noch vergleichsweise günstig: Im Verbandsgebiet Raum Bad Boll liegt Gammelshausen im Mittelfeld. Er wunderte sich dass es 600 Euro kosten soll, eine Grabkammer herzurichten. Das müsse doch relativ leicht gehen. Dr. Christoph Grünwald fand die Erhöhung "im Einzelfall bitter". Aber eine Beerdigung sei eine einmalige Zahlung.

Zwei Tarife werden günstiger: Für die Aussegnungshalle 320 statt 350 Euro, für die Leichenzelle 230 statt 250 Euro. Der Schultes hat das vorgeschlagen, weil das hohe Gebühren seien - bei der Aussegnungshalle für nur eine Stunde. Er habe darüber auch schon Klagen gehört. Der Gemeinderat stimmte zu.

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