Erwin Frasch, Feuerwehrkommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr in Uhingen, drückt seit 2017 dem Uhinger 24-Stunden-Benefizlauf den Stempel auf. Seither wird nicht nur gelaufen, sondern den Sportlern werden bei ihrer Jagd nach Kilometern Hindernisse in den Weg gestellt, die sie überwinden müssen. Für diese Schikanen ist der 62-jährige Wangener zuständig.

„Für mich war es keine Frage, diese Aufgabe zu übernehmen“, erinnert sich Frasch an den Zeitpunkt, als das Organisationsteam die Weiterführung des Benefiz-Events als Hindernislauf – international als „Obstacle Course Race“ bezeichnet – beschlossen hatte und ein Mann für die Streckenführung gesucht wurde. „Ich habe sofort zugesagt.“

Feuerwehr wichtiges Glied in der Organisationskette

Sein „Ja“ wurde bei den Machern mit Freude und großer Erleichterung aufgenommen, denn sie kennen den Kopf der Uhinger Wehr. Seit seiner Wahl zum Gesamtkommandanten im Jahre 2001 kümmert er sich mit seinem hauptamtlichen Gerätewart Jürgen Unangst und seinen Wehrmännern um Aufbau und Absicherung der Strecke und spring überall dort ein, wo schnell und unbürokratisch Hand angelegt werden muss, damit das Lauffestival durchgeführt werden kann. Schon seit dem ersten Rennen in der Filstalgemeinde vor 23 Jahren, damals noch unter ihrem Kommandanten Gerhard Roth, ist die Feuerwehr ein wichtiges Glied in der Organisationskette und hat sich auch schon im Wettbewerb sportlich gezeigt und mit respektablen Ergebnissen geglänzt.

Drei dicke Aktenordner hat Erwin Frasch in zwei Jahren gefüllt, wo auf die gesamte Streckenorganisation zugegriffen werden kann. 14 Hindernisse, darunter Eskaladierwände, Rohrsysteme, Schlammgruben, Kletternetze, Pyramiden und Himmelsleitern, werden zum nächsten Wochenende in Uhingen eingerichtet und zwei Mal muss von den Sportlern auf der über zwei Kilometer langen Route durch die Stadt die Fils durchquert werden.

Bei der Organisation kommt Frasch entgegen, dass er zu 50 Prozent seiner Tätigkeit im Uhinger Bauhof eingesetzt ist und dadurch Verbindung zu vielen Firmen hat, die ihn unterstützen. „Ich hatte von diesen Wettkämpfen keine Ahnung und kannte Hindernisbahnen nur aus meiner Bundeswehrzeit als Ausbilder in Dornstadt“, gibt der gelernte Kupferschmied zu. So holte er sich sein Wissen aus dem Internet und entwickelte sich in kürzester Zeit zum Spezialisten.

Schwager baggert die Schlammlöcher

Zuerst sollten Hindernisse vom „X-Treme Battle“ aus Heroldstatt im Alb-Donau-Kreis nach Uhingen transportiert werden. Als es dabei aber Probleme gab, stand bei dem Autodidakten schnell der Entschluss fest, alles selbst anzufertigen. „Die Schlammlöcher baggert mein Schwager“, sagt Frasch, dem die Sicherheit der Sportler das größte Anliegen ist. „Sie werden dann mit alten Turnmatten als Fallschutz ausgelegt“, erklärt er, „und so gebaut, dass die Läufer nicht hineinspringen können“.

Überhaupt ist der „Herr der Schikanen“ ständig dabei, die Hindernisse zu verfeinern und damit zu verbessern. „Sicherheit geht vor“, lautet das Credo des Familienvaters und dreifachen Opas. Unmittelbar nach dem Rennen im letzten September-Wochenende steht die Planung für die nächste Veranstaltung auf der Agenda. „Die Sportlerinnen und Sportler dürfen jedes Jahr Neues kennenlernen und es soll ihnen nicht langweilig werden“, sagt Erwin Frasch mit einem verschmitzten Lächeln.