A Sperrung ohne Not sorgt für Frust

Mühlhausen / Johannes Traub 17.05.2018

Ein Vorhaben des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart sorgt für Unmut im Gemeinderat Mühlhausen. Bürgermeister Bernd Schaefer legte den Räten den Sachverhalt in der jüngsten Sitzung wie folgt dar: Das RP plant, eine bestehende Baustellenstraße in Gruibingen für die Bauzeit als Zufahrt auf die Autobahn 8 zu nutzen, da die Autobahnauffahrt Mühlhausen in Richtung München während des Ausbaus der Autobahn – wann auch immer er starten sollte – unbefahrbar ist. So weit, so nachvollziehbar.

Brennpunkt des Ärgers der Räte ist jedoch eine seltsame juristische Argumentation des Regierungspräsidiums: Die Baustellenstraße in Gruibingen könne nicht einfach übernommen und dann beim tatsächlichen Beginn der Baumaßnahmen in eine Auffahrt umgewandelt werden. Vielmehr müsse Mühlhausens Autobahnauffahrt in Richtung München sofort geschlossen werden, um die Baustellenstraße regelrecht in die Nutzung als Auffahrt zu zwingen.

Unfallhäufung bei Auffahrt

Das RP Stuttgart unterlegt seine Argumentation mit den scheinbar hohen Unfallzahlen an der bekannten, sehr knapp bemessenen Auffahrt in Mühlhausen – von denen jedoch nur ein kleiner Teil auf die schwierige Auffahrt zurückzuführen ist. Gemeinderat Mike Geist kennt die erwähnte Stelle: „Diese Unfallzahlen stammen aber nicht von der kurzen Auffahrt“, erklärte er, „sondern viel eher von der Fahrbahnverengung von drei auf zwei Spuren kurz davor.“ Sein Ratskollege Werner Buntz stellte trocken fest: „Damit werden wir benachteiligt.“ Mike Geist pflichtete bei und drückte seinen Ärger deutlicher aus: „Wir sind hier das Bauernopfer.“ In weiteren Wortmeldungen wurde gar die Forderung laut, der Frage auf den Grund zu gehen, wer diesen skurrilen Vorschlag einbrachte und von dieser Situation – einer Verlegung der Auffahrt nach Gruibingen ohne Not – profitiert.

Wie geht es nun weiter? Die Gemeinde Mühlhausen wird eine entsprechende Stellungnahme zum Vorhaben verfassen und dem Regierungspräsidium Stuttgart übermitteln.

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