Engagement Spendensammler Froberg ist wieder zurück

Wilfrid Froberg (r.) fuhr mit dem Traktor durch Deutschland. Auch Erwin Fink steckte etwas in die Sammelbüchse.
Wilfrid Froberg (r.) fuhr mit dem Traktor durch Deutschland. Auch Erwin Fink steckte etwas in die Sammelbüchse. © Foto: Inge Czemmel
Gruibingen / Inge Czemmel 10.08.2017
Wilfried Froberg, der mit einem Traktor Deutschland durchquerte, um Spenden für kranke Kindern zu sammeln, ist zurück in Gruibingen.

Herzlich willkommen“: An Wilfried Frobergs Scheunentor hängen tausend kleine Herzchen. Seine Familie und Freunde sind froh, dass der 75-Jährige heil zurück ist. Zehn Wochen war er unterwegs, um Spenden für die Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ zu sammeln. Mit seinem Traktor samt angehängtem Bauwagen legte er 4000 Kilometer zurück. „Ich lebte ohne Frau und ohne Fernseher, Radio oder Zeitung“, berichtet er augenzwinkernd. Lediglich den Luxus des Telefonierens gönnte er sich all­abendlich. Mit dem Traktor quer durch Deutschland – das war schon lange Wilfried Frobergs Traum. Dass er ihn in die Tat umsetzte, lag an einem kleinen Jungen, den er während einer Lymphdrüsenkrebserkrankung auf der Palliativstation im Krankenhaus kennenlernte. „Er fragte mich: Onkel, hast du auch Krebs?“, erzählt Froberg. „Drei Tage später ist er gestorben. Mein Zimmernachbar Paul und ich gaben uns das Versprechen, etwas für kranke Kinder zu tun, wenn wir heil aus der Sache herauskommen.“ Leider musste Froberg dieses Versprechen alleine einlösen. Mit einem riesigen Plakat auf der Außenwand seines mobilen Einzimmerwohnheims und einer vom Kinder- und Spielepark Westerheim entliehenen Drehorgel machte er auf sich und die „Herzenssache“, eine Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Sparda-Bank, aufmerksam.

„Ein paar Mal hab ich mich ­verfahren, und ab und zu musste ich auch umdrehen, weil es zu steil wurde“, verrät der Grui­binger „Im Schwarzwald brauchte ich mal eine ganze Stunde für 400 Meter. Ich wollte eine Ab­kürzung nehmen und war nicht auf die 20 Prozent Steigung gefasst, die plötzlich vor mir lag. Ich hatte nicht rechtzeitig geschaltet und musste stehend auf der ­Bremse stehen, um nicht rückwärts runter zu rollen. Mit Müh und Not habe ich dann irgendwie die unteren Gänge rein be­kommen.“

Auch sonst sei er häufig ein Verkehrshindernis gewesen. „Wenn es möglich war, bin ich rechts rangefahren und habe die Schlange vorbei gelassen“, erinnert er sich. Die Plakate am Wagen hätten die Autofahrer wohl  milde gestimmt. „Ich hab keine Fäuste und Stinkefinger gesehen“, erzählt Froberg. „Im Gegenteil, ich habe viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft erlebt.“ Zum Beispiel bekam er, als er in einem landwirtschaftlichen Betrieb seinen Auspuff reparieren lassen musste, keine Rechnung präsentiert, sondern 50 Euro in die Spendendose gesteckt.

Zum einzigen unliebsamen Vorfall kam es in Eppelborn, wo Froberg in der Nähe des Bahnhofes übernachtete. „Da machten sich abends zwei Burschen an meiner Tür zu schaffen. Als ich mich laut bemerkbar machte, ergriffen sie die Flucht.“ Angst vor Übergriffen hatte der Spendensammler nie. „Ich hatte immer einen dicken Stock neben der Tür stehen und übernachtete meist auf Parkplätzen von Lebensmittelgeschäften oder Einkaufszentren. Da kam nachts meist mal ein Sicherheitsdienst vorbei. Ab und zu fuhr ich auch einen Campingplatz an, um zu duschen und Wäsche zu waschen.“

Damit ist jetzt, zurück in Grui­bingen, vorerst Schluss. Mit dem Spendensammeln für die gute Sache aber noch nicht. Froberg hat noch ein paar Aktionen im Sinn. Auch ein Fest im bayrischen Füramoos soll noch einmal die Spendenkasse klingeln lassen. „Von dort stammte mein verstorbener Zimmergenosse Paul“, erzählt Froberg, „einer seiner Arbeitskollegen zieht das dort durch“. Einen weiteren 50er steckte sein Freund Erwin Fink in die Spendendose. Er hatte Wilfried Frobergs Reise bei allabendlichen Telefonaten quasi hautnah miterlebt.

Info Spendenkonto Herzenssache e.V. bei der Sparda-Bank, IBAN DE59 6009 0800 0000 0000 33 BIC: GENODEF1S02