Süßen SPD-Vorstoß abgeblitzt

Im Baugebiet „Rabenwiesen V“ in Süßen wird der erste Abschnitt erschlossen. Es entstehen 36 Wohnbaugrundstücke.
Im Baugebiet „Rabenwiesen V“ in Süßen wird der erste Abschnitt erschlossen. Es entstehen 36 Wohnbaugrundstücke. © Foto: Staufenpress
Süßen / Karin Tutas 17.05.2018
Der Antrag, im Gebiet „Rabenwiesen V“ die Kinderermäßigung beim Bauplatzkauf zu streichen, sorgt für Diskussion im Süßener Gemeinderat.

Wer in Süßen wohnt, Kinder unter 18 Jahren hat und noch keine Immobilie besitzt, hat gute Karten. Diese Personengruppe wird nämlich bei der Vergabe der Bauplätze im künftigen Wohngebiet „Rabenwiesen V“ bevorzugt behandelt. So hat es der Gemeinderat beschlossen. Verkauft werden die Bauplätze zum Preis von 350 Euro pro Quadratmeter. In den wesentlichen Punkten waren die Bürgervertreter mit den von der Verwaltung vorgeschlagenen Verkaufsbedingungen einverstanden. Für Diskussionsstoff sorgte ein Antrag der SPD, auf die Kinderermäßigung zu verzichten.

Die Sozialdemokraten hätten sich schwer getan mit der Erschließung der Rabenwiesen V, „schließlich ist es auf längere Sicht das letzte Wohngebiet Süßens“, erklärte Fraktionschef Udo Rössler. Grundsätzlich findet es die SPD aber gut, dass Bauplätze für Familien entstehen. Auf die vorgesehene Kinderermäßigung möchte die Fraktion jedoch verzichten. Die Stadtverwaltung hatte gegenüber früherer Baugebiete bereits eine reduzierte Förderung vorgeschlagen. „Die Ermäßigung wurde bislang entsprechend der Grundstücksgrößen gezahlt“, erklärte Kämmerer Dieter Niethammer. In den Rabenwiesen V wolle die Stadt pro Kind unter 18 Jahren einen pauschalen Abschlag vom Kaufpreis von 4000 Euro gewähren, höchstens aber 16 000 Euro.

Wer bei einem Quadratmeterpreis von 350 Euro einen Bauplatz kaufe, gehöre nicht gerade zur Zielgruppe der Geringverdiener, erläuterte Udo Rössler das Ansinnen seiner Fraktion. Die Sozialdemokraten schlugen vor, das eingesparte Geld jeweils zur Hälfte zur Haushaltskonsolidierung und zur Altbauförderung auszugeben. Zumal Familien auch vom jetzt von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Baukindergeld profitierten, „aber Familien, die einen Altbau sanieren, bekommen keinen Cent“. Außerdem sei die Nachfrage nach Bauplätzen in Süßen so groß, dass dieses Bonbon nicht notwendig sei.

Die CDU indes stellte den Antrag, den Höchstbetrag für die Kinderermäßigung nicht zu deckeln. Im Übrigen merkte der Fraktionsvorsitzende Simon Weißenfels an, der SPD-Antrag komme zum falschen Zeitpunkt. Die Sozialdemokraten sollten das Streichen der Förderung in der Haushaltsstrukturkommission beantragen. Unterstützung bekam die SPD von Bernd Schweighofer. „Das ist ein nachvollziehbarer Gedanke“ sagt der Stadtrat der FDP-AFW. Denn „wir werden künftig eher die Innenentwicklung forcieren müssen, als nach außen zu gehen“. Auch die Grünen wollen die Kinderermäßigung beibehalten, jedoch vorerst nur im ersten Bauabschnitt der Rabenwiesen V. Dann könne man erneut überlegen, erklärte Hans Zeeb. So hat es der Gemeinderat dann auch mehrheitlich beschlossen. Auf Antrag der Grünen wird die Kinderermäßigung bis zu drei Jahre nach dem Kauf gewährt.

Wie von der SPD beantragt, wird die Antragsfrist für Süßener Bewerber auf einen Bauplatz um einen Monat auf Ende Oktober verlängert. Sie können sich ab 1. Juni um ein Grundstück bewerben. Erst nach der Vergabe der Bauplätze an Süßener kommen Auswärtige zum Zug.

Bauplatzpreis 350 Euro pro Quadratmeter

Baugebiet Das Wohngebiet „Rabenwiesen V“ wird in drei Abschnitten erschlossen. Im ersten, 1,48 Hektar großen Abschnitt werden 36 Baugrundstücke erschlossen.

Kauf Der Kauf eines Bauplatzes kostet 350 Euro pro Quadratmeter. Für Familien wird pro Kind unter 18 Jahren eine Ermäßigung von 4000 Euro gewährt (maximal 16 000 Euro).

Ertrag Die Stadt erwartet einen Verkaufserlös von 4,95 Millionen Euro, abzüglich der Erschließungskosten (rund 2,66 Millionen) bleiben für die Kommune 2,2 Millionen Euro  übrig.