Bauprojekt Spatenstich für Pilotprojekt

Eislingen / Maximilian Haller 17.04.2018

Ein Projekt, das seinesgleichen sucht, entsteht derzeit in der Gerhart-Hauptmann-Straße in Eislingen. Hier wird ein Wohnpark gebaut, der sich nicht nur selbst mit Sonnenenergie versorgt, sondern auch noch noch mehr produziert, als seine Bewohner benötigen. Jetzt fiel der Spatenstich für das Vorhaben.

„Die Energie wird zum großen Teil aus regenerativen Quellen erzeugt“, erklärte Architekt Norbert Böhme. Dazu gehöre neben der Sonne auch Umweltwärme, die mittels Wärmepumpen aus dem Erdreich gezogen werde. Keines der vier Gebäude, in dem 28 Wohnungen entstehen, habe einen Schornstein. Da zudem keinerlei fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen, sei der Wohnpark komplett emissionsfrei, verkündete der Architekt. Jährlich können somit 45 bis 60 Tonnen CO2 eingespart werden. „Auch in Hinblick auf die mit großer Wahrscheinlichkeit kommende CO2-Steuer haben die Bewohner hier gute Karten“, sagte Böhme.

Baubürgermeister Jürgen Gröger zeigte sich stolz auf die Vorreiterrolle, die Eislingen mit dem Wohnprojekt beim Thema Klimaschutz übernehme. Er plädierte für eine konsequente Durchsetzung der Energiewende und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Als 2015 das Projekt erstmals vorgestellt wurde, fiel die Wahl auf die Planungsgesellschaft bpd, die das Vorhaben realisiert. Mit der Entscheidung sei die Stadt Eislingen sehr zufrieden, meinte Gröger. „Überzeugende Architektur mit nachhaltigem Konzept“ war das Ziel des Vorhabens. Mit dem Projekt „SolarLiving“ habe man diese Kriterien erreicht.

Neben der Nutzung regenerativer Energien könne der Wohnpark Überschüsse speichern und je nach Bedarf zwischen den einzelnen Gebäuden verteilen, „das ist einmalig in Deutschland“, sagte Gröger. „Wir brauchen in unserem Land und auch bei uns in Eislingen solche Leuchttürme.“