Böhmenkirch Sorge: Borkenkäfer im Böhmenkircher Gemeindewald

Im Böhmenkircher Wald werden nicht nur große Bäume gefällt - auch der Jungbestand muss gepflegt werden.
Im Böhmenkircher Wald werden nicht nur große Bäume gefällt - auch der Jungbestand muss gepflegt werden. © Foto: Wolfgang Mangold
THOMAS HEHN 21.03.2014
Mit 217.251 Euro hat der Böhmenkircher Gemeindewald 2013 einen satten Gewinn abgeworfen. Dafür bereiten Borkenkäfer und Kartellamt Sorgen.

An den Rekord von 2012, als die Böhmenkircher sage und schreibe 264 147 Euro Gewinn aus ihrem Gemeindewald holten, reicht das Forstwirtschaftsjahr 2013 nicht heran: Diesmal standen unterm Strich "nur" 217 251 Euro Überschuss zu Buche. Revierförster Wolfgang Mangold hatte aber ganz andere Sorgen, als er am Dienstag dem Gemeinderat den Forstwirtschaftsplan 2013 erläuterte: Die 482 Festmeter "Käferholz", die im vergangenen Jahr aufgearbeitet werden mussten (immerhin fast zehn Prozent des gesamten Einschlags) zeigen, dass der gefürchtete Borkenkäfer auch in den Wäldern rund um Böhmenkirch wieder auf dem Vormarsch ist. "2011 hatten wir nur rund 30 Festmeter", gab Mangold zu bedenken. Die rapide Vermehrung des Schädlings, der sich zur Eiablage Gänge zwischen Rinde und Holz bohrt, führt der Förster auf die trocken-heiße Witterung zwischen Juli und September zurück. Nach dem milden Winter fürchtet Mangold, dass der Käfer auch "2014 ein Potenzial entwickelt, wenn es weiter warm bleibt."

Neben dem schlecht zu vermarktenden Käferholz minderten ein leichter allgemeiner Preisrückgang und nur sehr wenig verkauftes Laub-Wertholz die Erträge. Außerdem profitierte das "Rekordjahr 2012" von einem Übertrag in Höhe von 30 000 Euro aus dem Forstwirtschaftsjahr 2011. Mit einer Fläche von immerhin 5,6 Hektar hinterließ auch die Jungbestandspflege auf der Kostenseite ihre Spuren.

Im neuen Forstwirtschaftsjahr 2014 sollen im Gemeindewald wiederum rund 5000 Festmeter eingeschlagen werden. Beim Käferholz hat Mangold 200 Festmeter als "Hausmarke" angesetzt. Ob das reicht, wird sich zeigen. Verstärkte Neupflanzungen von Buchen im von Fichten-Monokulturen dominierten Gewann Ochsenhau sowie weitere Durchforstungen von schwächeren Sortimenten berücksichtigt, rechnet der Revierförster in diesem Jahr mit einem Gewinn in Höhe von 156.000 Euro. Da Mangold stets sehr vorsichtig kalkuliert, wird sich dieser Betrag am Jahresende voraussichtlich wieder deutlich erhöhen.

Wenn der Revierförster dann überhaupt noch für die Gemeinde kalkulieren darf. Wie der stellvertretende Leiter des Forstamtes, Tobias Volg, dem Gremium am Dienstag erläuterte, hat das Bundeskartellamt den Forstämtern inzwischen aus Wettbewerbsgründen die gebündelte Vermarktung von Holzsortimenten untersagt, weil damit private Anbieter benachteiligt würden. Angesichts der klaren Rechtslage sieht Volg kaum Chancen, dass die Forstämter die Vermarktung für die Kommunen so wie bisher weiter übernehmen werden können.

Bürgermeister Matthias Nägele bedauerte die Entwicklung: "Das war bisher eine bequeme Lösung für die Gemeinde." Allerdings hat der Schultes auch Verständnis für die Kritik des Kartellamtes: Angesichts der Mengen habe die "Forst BW schon eine marktbeherrschende Stellung".