Pflege So wird die Altenpflege im Ort organisiert

Pamela Rembold vom sozialen Dienst, der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Körber, Hausleiterin Nadine Horn und Bürgermeister Karl Vesenmaier ziehen an einem Strang.
Pamela Rembold vom sozialen Dienst, der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Körber, Hausleiterin Nadine Horn und Bürgermeister Karl Vesenmaier ziehen an einem Strang. © Foto: Inge Czemmel
Wäschenbeuren / Inge Czemmel 10.07.2018

Seit 14 Jahren gibt es den Förderverein Altenpflegeheim Wäschenbeuren, der sich für die Bewohner des Kardinal-Kasper-Hauses das Ziel „Wohlfühlen wie zu Hause“ zur Aufgabe gemacht hat. Der Förderverein arbeitet für dieses Ziel mit dem Träger der Einrichtung, der Stiftung Haus Lindenhof und der Hausleitung erfolgreich Hand in Hand.

Die Geschichte des Fördervereins und des Kardinal-Kasper-Hauses sind eng miteinander verbunden. Warum es den Förderverein schon zwei Jahre, bevor das Altenpflegeheim eröffnet wurde, gab, erklärt Bürgermeister Karl Vesenmaier: „Getreu dem Grundsatz `einen alten Baum verpflanzt man nicht´, hatten sich Gemeinderat und -verwaltung bereits seit längerem für den Bau eines Altenpflegeheimes in der Gemeinde eingesetzt. Ziel war, pflegebedürftigen Menschen in Wäschenbeuren zu ermöglichen in der vertrauten Ortsgemeinschaft zu bleiben.“ Bei der sich schwierig gestaltenden Suche nach einem Träger für das Pflegeheim kam man schließlich mit der Stiftung Haus Lindenhof zusammen. Da es zu deren Philosophie gehört, Ehrenamtliche einzubinden, machte sie die Trägerschaft jedoch davon abhängig, dass es der Gemeinde gelinge, einen Förderverein zu gründen. Vom Träger werde alles bereitgestellt, was die Bewohner zum Leben benötigten, unbezahlbar seien jedoch die menschlichen Zuwendungen und Besuchsdienste. Der Förderverein solle Sprachrohr für die Pflegebedürftigen sein und deren Lebensqualität steigern.

„Also machten wir uns an die gestellte Hausaufgabe“, erinnert sich Vesenmaier. „Es sollte ein aktiver Verein werden, in den auch der Krankenpflegeverein und alle anderen Vereine eingebunden sind. Außerdem sollte auch dem ökumenischen Gedanken Rechnung getragen werden.“ Dem Bürgermeister gelang es, Clemens Wahl, der nach 33 Jahren Gemeinderatstätigkeit sein Amt abgegeben hatte, als Motor für die Vereinsgründung zu gewinnen. Bei der Gründungsversammlung am 19. April 2004 wurde er zum Vorsitzenden des Fördervereins gewählt. „Nun hieß es ein Grundstück inmitten der Ortsgemeinschaft zu finden“, blickt Vesenmaier zurück und verrät: „Den zehn Meter tiefen Keller der ehemaligen Brauerei, in dem früher Eis gemacht und bis in den Hochsommer gelagert wurde, aufzugeben, tat weh.“ Im April 2005 fand der erste Spatenstich für das zentrumsnahe und in die Gemeinde eingebundene Altenpflegeheim statt. Im Dezember 2006 wurde es eröffnet. Der Namensgeber, Walter Kardinal Kasper, der sieben Jahre seiner Jugend in Wäschenbeuren, wo sein Vater Lehrer war, verbracht hatte, nahm daran persönlich teil.

In den vergangenen 14 Jahren hat der Förderverein viel dazu beigetragen, Träger und Hausleitung darin zu unterstützen, dass im Kardinal-Kasper-Haus Würde und Geborgenheit bei der Pflege ganz groß geschrieben werden können. Stolz berichtet Hausleiterin Nadine Horn, dass das Haus das zweite Jahr in Folge die Bestnote erhielt und betont: „Wir sind eine gemeinnützige Einrichtung, bei der nicht der Profit im Vordergrund steht. Wir haben einen hohen Standard mit ausreichend Personal und einer gute Ausstattung.“ In Sachen Ausstattung hat der Förderverein in den letzten Jahren einige Extras angeschafft, die das Wohlbefinden der Bewohner steigert. So wurde beispielsweise die Barbara-Kapelle eingerichtet, die als Rückzugsort dient. Zudem wurden eine elektronische Orgel, eine Sitzgruppe, ein Massagestuhl, und ein Aquarium angeschafft und für den Garten zwei Pavillons, diverse Beschattungsanlagen, ein Hochbeet und ein Wasserspiel. Doch die Aktivitäten des Fördervereins erschöpfen sich nicht in Anschaffungen. Es werden vielerlei Feste, Aktivitäten und Spaziergänge für die Bewohner organisiert. Singkreis, Besuchsdienst, Geburtstagsbesuche, Einkäufe, Hospizdienst, Kontakt zum Kindergarten – es ließen sich noch viele Dinge aufzählen, die Ehrenamtliche tun, um den Bewohnern das Leben zu verschönern. „Wir sehen uns als Bindeglied zu Träger, Gemeinde und Vereinen und haben eine gute Vernetzung“, erklärt Peter Körber, der seit 2017 Vorsitzender des Fördervereins ist.

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