Göppingen So ist das neue Spiel „Prison“ im Escape-Room

Göppingen / Constantin Fetzer 22.08.2018
„The Prison“ heißt das neue Spiel im Escape-Room in Göppingen. Wer schafft es, aus dem Gefängnis auszubrechen und rätselhafte Codes zu knacken?

Das Licht schummert dunkelgrün. Gespannt sitzen die vier jungen Leute vor dem Escape-Room, dessen Geheimnisse sie in der nächsten Stunde knacken wollen. Spielleiter Raphael Rösch erklärt die Story und die Regeln in kurzen Worten: „The Prison“ („Das Gefängnis“) heißt das Exit-Game, das in ähnlicher Form überall auf der Welt gespielt wird.

Die Betreiber in Göppingen haben sich einige Fallstricke selbst ausgedacht oder modifiziert, um die Variante interessanter zu machen. Dann geht es hinein in den kleinen Raum, in dem die Gruppe geteilt und in zwei Gefängniszellen gesperrt wird. Kaum ist die Tür hinter ihnen geschlossen, wird gerätselt. Die erste Aufgabe ist, die Zellentüren zu öffnen – per Zahlencode. Sie fangen an, ihre Zellen nach Hinweisen zu durchsuchen. Man muss um die Ecke denken. Manches ist einfacher als gedacht. Vieles aber ist ganz schön knifflig. Spielleiter Raphael Rösch beobachtet die Gruppe vom Kontrollraum aus – per Videokameras. Über einen Infomonitor kann er den Spielern von hier aus Tipps geben oder sie von einer Computerstimme vorlesen lassen. Wenn sie das wollen. „Manche sind sehr stolz und fragen nicht nach. Einige brauchen keine Tipps. Manchen geben wir sie nach einiger Zeit, damit das Spiel weitergeht“, berichtet er. „The Prison“ ist noch nicht lange geöffnet und erfreut sich schon großer Beliebtheit. Der zweite Raum, „Area 51“, den es schön länger gibt, ist ebenfalls gefragt.

In der angrenzenden Lasertag-Arena jagen sich Teilnehmer mit Lichtwaffen gegenseitig. Es ist viel los auf dem ehemaligen Südmilchgelände, in dem diese und weitere Freizeitangebote seit einiger Zeit zuhause sind. Raphael Rösch indes steht vor den Bildschirmen im Kontrollraum und hört per Kopfhörer in das Spiel hinein. Manchmal schmunzelt er, wenn die Spieler einen ganz verqueren Gedankengang haben. Oder er nickt anerkennend, wenn clever kombiniert wurde. Nach knapp 20 Minuten ist die erste Zelle geöffnet – Stefan Jacoby und Mitspieler Philip März stehen nun vor der Zelle, in der Ramona Schroiff und Anja März noch eingeschlossen sind. Gemeinsam suchen sie nach der Lösung, damit auch die Mitstreiterinnen den Weg nach draußen schaffen. Sie schauen in Schränken, blicken die Wände genau an, schauen unter dem klapprigen Pritschenbett und wühlen in der Bettwäsche, um den Code zu knacken, mit dem sie die beiden jungen Frauen ebenfalls befreien können.

Das Teamwork klappt: Innerhalb weniger Minuten sind alle frei und sie stehen vor der Türe zum nächsten Raum, hinter dem weitere Aufgaben warten. „Gar nicht so schlecht“, sagt der Spielleiter – der den bereits vorbereiteten Tipp nun doch nicht geben muss. Wieder ein anerkennendes Nicken. Mit dem Code, der die nächste Türe öffnen soll, tun sich Spieler dann aber schwerer als gedacht. Sie blicken sich ratlos um und rätseln. Sie stecken die Köpfe zusammen und versuchen zu kombinieren. Nach einem kleinen Tipp des Spielleiters sind sie im nächsten Raum und fangen dort sofort an, die Codes für verschiedene Schlösser zu suchen. Voller Elan blättern sie in Büchern und Ordnern, schauen in Schubladen und hinter Bildern, die an der Wand hängen.

Nach 48 Minuten und 13 Sekunden haben sie es dann geschafft und einen geheimnisvollen Koffer geöffnet. Der Jubel ist groß und „es war wirklich eine spannende Herausforderung“, berichtet die Gruppe voller Freude. Und Spielleiter Raphael Rösch nickt anerkennend und ist ebenfalls zufrieden – eine Punktlandung.

Exit Games sind Spiele für Erwachsene

Exit Games werden in der Regel von Erwachsenen gespielt. Es gibt sie in vielen Städten der Welt mit unterschiedlichen Aufgaben. Das Ziel ist jeweils, durch cleveres Kombinieren – mal gemeinsam im Team, mal in Teams gegeneinander – den Weg aus dem Raum zu schaffen oder ein Rätsel zu lösen. Beim Live-Spiel sind so Teamfähigkeit, Geduld und Köpfchen gefragt. Je nach Raum gibt es unterschiedliche Missionen. Die Gefängnisräume, in denen in Göppingen „The Prison“ gespielt wird, wurde von den Betreibern selbst gebaut.

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