Gammelshausen Skulpturenweg: Ein Alter Baum als Tor zur Kunst

Der Gammelshäuser Holzkünstler Jochen Riehle hatte die Idee zum Skulpturenweg am Bach, der jetzt am Wochenende eingeweiht wurde.
Der Gammelshäuser Holzkünstler Jochen Riehle hatte die Idee zum Skulpturenweg am Bach, der jetzt am Wochenende eingeweiht wurde. © Foto: Inge Czemmel
Gammelshausen / INGE CZEMMEL 07.09.2015
Mit den "Skulpturenwegle am Bachweg" wurde am Samstag ein weiteres Kunstprojekt in Gammelshausen eingeweiht. Es animiert zum Nachdenken.

"Wanderer, Spaziergänger, Kindergarten- und Schulkinder - das Skulpturenwegle bietet Kunst für jedermann, die tagtäglich betrachtet werden kann", Bürgermeister Daniel Kohl strahlt bei seiner Eröffnungsrede und freut sich über ein weiteres Kunstprojekt in Gammelshausen - dessen Ursprung war ein maroder, bereits auf dem Fällplan stehender Zwetschgenbaum. Entastet und von der Rinde befreit, bildet er nun hinter einer Spinnennetzskulptur, die dazu dienen soll, sich von der Kunst einfangen zu lassen, das Tor zum Skulpturenwegle.

"Der Weg ins Leben, fürs Leben, durchs Leben", hat der Gammelshäuser Holzkünstler Jochen Riehle, der den Skulpturenweg initiierte, seine mit Buchstaben und Zahlen versehene Skulptur genannt. Das ABC mit Schul- und Kunstaktionen zu vervollständigen und den Weg weiterzuführen ist seine Vision. Eine andere Skulptur nennt Riehle "Immer im Fluss". Am Bach stehen drei Rahmen, die verschiedene "Bachsichten" bieten. Einer ist leer, einer mit Scheibe versehen und einer mit Vergrößerungsglas. "Der Fluss ist wie das Leben", erklärt Riehle. "Ständige Veränderung, mal plätschernd, mal reißend mit Treibgut, mal ausgetrocknet, trüb oder völlig klar."

Der "Blaue Planet" soll bei jedem Vorbeigehen Denkanstoß geben, selbigen so gut es geht zu schützen. Zu der an ein Mikadospiel erinnernden Skulptur "Die Gemeinschaft", haben Riehle drei im Bach stehende Erlen inspiriert. "Sie symbolisieren die drei Gewalten, Judikative, Legislative und Exekutive", erklärt er. Zwischen schwarz-rot-goldenen Querbalken symbolisieren verschiedenfarbige Stäbe das Volk, das unten mit einem Seil zur Gemeinschaft verbunden ist. Hochaktuell Riehles Demonstration, wie sich weitere bunte Stäbe in die Gemeinschaft einbringen lassen. "Man kann sie mit Gewalt reinpressen oder den Knoten lösen und die Verbindung erweitern."

"Im Team" heißt eine Skulptur, für deren drei Figuren der Künstler Wolfgang Schorlau die Zeichnung lieferte. Zwei Skulpturen hat Herbert Häbich beigesteuert. "Die Mondanbeterin", die je nach Wetter, Jahres- und Tageszeit in anderem Licht erscheint und "Die Welle", die direkt am Bach steht. "Eine Welle ist immer in Bewegung und bringt etwas mit", erklärt er und nennt tagesaktuell die Flüchtlingswelle und die Welle der Hilfsbereitschaft. Letztere Welle durfte Jochen Riehle auch bei der Umsetzung des Skulpturenwegles erfahren. Familie, Nachbarn, Nachbarskinder, Gemeinde, Bauhof, befreundete Künstler - überall fand der agile Gammelshäuser offene Ohren und helfende Hände.

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