Geschichte Sitzplatz mit Historie

Nach knapp zwei Jahren ist es vollbracht: Ortsvorsteher Oliver Knur, Bürgermeister Eberhard Keller und Ortschaftsrat Bernhard Schneider (v.l.) weihen den Platz an der „Lehmgrube“ ein.
Nach knapp zwei Jahren ist es vollbracht: Ortsvorsteher Oliver Knur, Bürgermeister Eberhard Keller und Ortschaftsrat Bernhard Schneider (v.l.) weihen den Platz an der „Lehmgrube“ ein. © Foto: Max Schniepp
Ebersbach / Max Schniepp 17.07.2018

Ganz am Ende der Weilerstraße, an der Feuerwehr vorbei und dann den Wanderweg hoch, findet sich inmitten von Wiesen und Natur alles über die Historie der stillgelegten Lehmgrube in Weiler ob der Fils. Ein schöner Aufenthaltsplatz ist hier entstanden. Nach knapp zwei Jahren Planungs- und Bauzeit feierte Weiler am Sonntag Einweihung. Wo früher mal Lehm abgebaut wurde, hielten der Ebersbacher Bürgermeister Eberhard Keller und Ortsvorsteher Oliver Knur nach einem Gottesdienst von Pfarrer Alfred Kohnke feierlich  ihre Ansprachen zur Eröffnung.

 Beide durchschnitten zusammen mit Ortschaftsrat Bernhard Schneider das rote Band vor den Eingängen des Aufenthaltsplatzes im Grünen. Gedacht ist der Platz als zukünftiges Highlight auf den Wanderwegen um Ebersbach, wo sich vorbeikommende Besucher über die Umgebung informieren können.

 Zurück reicht die Geschichte des Lehmabbaus im Albvorland bis ins 17. Jahrhundert, wo „die einfachen Häuser und Schuppen nach Jahrhunderte alter, alemannischer Tradition errichtetet“ worden seien, steht auf einer der Info-Tafeln. „Lehm war schon vor 6000 Jahren ein vielseitig verwendbarer Rohstoff, den sich die Menschen nutzbar gemacht haben.“ Auch die Weilermer Dorfbewohner haben seit hunderten von Jahren ihren Lehm in der Grube abgebaut. Bis heute können Spaziergänger beim Vorbeiwandern auf dem Erlebnisweg „Vor der Alb“ die deutlich dem Lehmabbau geschuldete Grube in der Landschaft erkennen.

 Auf dem Gelände sind jetzt Bänke und Sitzsteine, eine ebene Kiesfläche macht den Blick frei auf die hölzern überdachten Informationstafeln. Einseitig entlang einer Mauer, wie Treppen am Hang aufgestellt, sind große Steine, die den vielen Besuchern Platz zum Sitzen boten. „Heute freue ich mich gern mit ihnen, und auf eine kleine Feier“, betonte Bürgermeister Keller vor der versammelten Dorfgemeinschaft. Die Häuslesbauer aus Weiler haben den Lehmabbau Anfang des 20. Jahrhunderts völlig eingestellt. Die Zeit, in der man ein „Gemisch von Lehm und gekästeltem Stroh“ zum Dämmen benutze, war vorbei. Die Schilder auf dem Platz erklären, wozu man in der Grube überhaupt arbeitete: Bauherren hatten mit dem Lehm genügend Baumaterial. Doch Lehm und andere Naturstoffe als Füll- und Dämmmaterial einzusetzen, machte Häuser leicht brennbar, weshalb Bauvorschriften zum Beginn des letzten Jahrhunderts andere Materialien forderten.

Dorfgemeinschaft trägt das Projekt

Engagement Beachtlich am neuen Aufenthaltsplatz „Lehmgrube“ ist, dass es nicht nur mit Hilfe der Feuerwehr, sondern ausschließlich mit unzähligen Helfern aus dem Dorf gelang, den in den letzten Jahren vom Bauhof genutzten Platz wieder zugänglich zu machen. „Besonders schön zu sehen ist, dass sich helfende Hände finden“, freute sich denn auch Bürgermeister Keller über die Initiative in Weiler.

Sommerfest Nicht nur der Ebersbacher Bürgermeister, sondern alle Besucher erwartete nach dem Gottesdienst und der offiziellen Einweihung eine Grillfeier vor dem Feuerwehrhaus: Die freiwillige Feuerwehr, die beim Bearbeiten des Platzes mit schweren Maschinen und damit erneut freiwilligem Einsatz half, veranstaltete im Anschluss das Sommerfest und sorgte damit für anhaltend ausgelassen Stimmung.

Abschluss „Dass wir den Zweck solcher Anlagen leben können, wenn wir zusammen kommen und uns treffen“, sei für Eberhard Keller Ziel von Projekten wie der Lehmgrube. Gefeiert wurde den ganzen Mittag und Nachmittag über, denn die mit großem Planungsaufwand verbundene Sanierung der Lehmgrube kann nun als abgeschlossen betrachtet werden.

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