Gedichtband Signatur der Identität

Neben jeder Gedichtseite steht ein Bild, das Karl Schönweiler digital verändert hat.
Neben jeder Gedichtseite steht ein Bild, das Karl Schönweiler digital verändert hat. © Foto: Karl Schönweiler/Manuela Kinzel Verlag
Ottenbach / Annerose Fischer-Bucher 21.08.2018

Fragt man Menschen, was sie unter Heimat verstehen, bekommt man ganz verschiedene Antworten. Für die einen ist es der Ort, an dem sie geboren sind, für die anderen ist es kein konkreter Ort, sondern überall, wo sie eine Verbundenheit spüren.

Für Karl Schönweiler, dessen Wurzeln in Ottenbach im Kreis Göppingen liegen und der auch dort – quasi am Fuß des Berges Hohenstaufen – wohnt, ist der heimatliche und ideelle Mittelpunkt der Hohenstaufen.

Sein Lyrik-Bändchen „Signatur – Stauferheimat“ nimmt sich die Landschaft mit ausgewählten Orten als Zentrum der Identität, an der sich seine Poesie entfaltet. Ob er den Hohenstaufen, Rechberg, Stuifen, Ramsberg, ob er  Staufeneck, die Reiterles-Kapelle oder das Kloster Lorch als Anlass für seine Betrachtungen nimmt, immer schwingt eine fast verherrlichende Bewunderung in der Verknüpfung von Historischem und gegenwärtigen Seelenzuständen mit.

Als „Kompass meiner Kinderseele“ wird der Hohenstaufen besungen, verweht vom Hauch der Geschichte und geschürft aus der Erdgeschichte. Oder der „Bergfried Eckzahn“ auf Staufeneck sieht mit unsichtbaren Augen die Botschaft der Menschen. Jedoch kontrastiert der Autor auch Vergangenes wie den Mythos von der Wiege der Staufer im Wäscherschloss mit dem heute fahrenden Volk bei Weizenbier und Smartphone.

Jahrgang 1954 und von Beruf Nachrichtentechniker schreibt Karl Schönweiler seit 1981 und hat zeitweise in der Literarischen Werkstatt Göppingen und in der Sturmfeder Schwäbisch Gmünd mitgearbeitet. Er bedient sich in seiner Sprache eher der klassischen Formen wie Strophe und Reim als auch freier Formen.

Am Ende des Buches findet der Leser nach den Gedichten auch Prosatexte wie etwa die zum Minnesang oder zur Staufer-Stele, die mit persönlichen Erfahrungen, ortsgeschichtlichen Kenntnissen und bilderreichen Seelenverfassungen durchzogen sind. Außerdem hat der Autor neben jede Gedicht-Seite Fotografien von Orten gesetzt, die er digital so verändert hat, dass sie in eine nebelhaft schwebende Welt hinübergleiten.

Richard Arnold, Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister, schreibt im Vorwort, der Autor habe die Schönheit und Einzigartigkeit der Landschaft „mit ihrem Zauber in sein Herz gelassen“.

Annerose Fischer-Bucher

Info  „Signatur – Stauferheimat“ von Karl Schönweiler ist im Manuela Kinzel Verlag Göppingen erschienen,
hat 68 Seiten und kostet 15 Euro,
ISBN 978-3-95544-054-1.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel