Manufaktur Selbstgemachte Grill-Soßen aus Adelberg

Adelberg / Maximilian Haller 24.08.2018
Andreas Borde aus Adelberg stellt handgemachte Chutneys, Barbecue- und Chilisoßen her. Er setzt dabei auf hohe Qualität und viel Genuss.

Andreas Borde lehnt sich lässig auf den Fuß des großen Keramik-Grills. Es ist einer von vielen, die der Adelberger in seinem Garten stehen hat. Sie sind groß, teilweise mit einem Meter Durchmesser. Grillen ist für Borde eine Leidenschaft. Und weil er nie zufrieden mit der Auswahl an Lebensmitteln und Gewürzen war, die es dafür im Handel gab, hat der Adelberger kurzerhand seine eigene Manufaktur eröffnet.

Doch zurück zum Anfang: „Ich habe mit acht Jahren Kochen angefangen“, erinnert sich Borde. Seine Mutter und seine Großmutter hätten ihm viel beigebracht. Mit 16 habe ihn dann die Grillleidenschaft gepackt. „Ich war immer auf der Suche in meinem Leben“, erzählt der Adelberger, der sich selbst als „Genussmensch“ bezeichnet. Während andere sich im Italienurlaub an den Strand gelegt haben, sei er in die nächste Metzgerei gegangen um nach einer guten Salami zu suchen.

Doch was Soßen, Gewürze und dergleichen anging, war Andreas Borde mit dem Angebot nie zufrieden: „Ich habe nie was gefunden, dass dem entsprochen hat, was ich selber wollte.“ In den USA lernt er Barbecuesoßen und ihre vielen Variationen kennen. Sie inspirieren ihn, selber Soßen zu kreieren. 2009 gründet Borde, der eigentlich Industriemechaniker gelernt hat, seine eigene Manufaktur.

Handgemachte Chutneys machen den Anfang, später kommen Barbecue- und Chilisoßen hinzu. Inzwischen verkauft Borde auch Pfeffer, Gewürzmischungen und Trockenmarinaden. Die Produktion findet bei Borde zu Hause statt. Dort steht ein 60 Liter-Kessel, in dem die Soßen zwei bis drei Stunden klassisch eingekocht werden. Borde schneidet das Gemüse selbst, püriert es und füllt die die Soßen von Hand ab. Pro Charge entstehen bis zu 250 Gläser. Im Jahr werden in der Adelberger Manufaktur zwischen 10.000 und 15.000 Soßengläser abgefüllt.

Viel Arbeit steckt hinter den kleinen Gläschen mit dem dunklen Ettikett. Bordes Frau ist für den Online-Shop und die Buchhaltung verantwortlich. Der Rest: „Eine One-Man-Show“, erklärt Borde lachend. Produktion, Betrieb, Marketing – der Adelberger stemmt das alles alleine. Er befüllt die Gläser, verschließt sie und klebt seinen Namen drauf. „Das ist aufwändiger als Massenware“, sagt Borde. Unter anderem liege das daran, dass Borde seine Soßen zwecks der Haltbarkeit auch nach dem Befüllen noch einmal einkocht.

Zutaten aus Nah und Fern

Das Obst und Gemüse für die Soßen bezieht Borde von Bauern aus der Region. Er selbst besitzt auch eine Streuobstwiese. Den Rest liefert der Großmarkt Stuttgart, von der Staiger GmbH erhält die Manufaktur auch exotische Obst- und Gemüsesorten. Trotz der großen Auswahl an Zutaten ist das Angebot der Manufaktur überschaubar. Als kleiner Betrieb könne man nur die Produkte im Sortiment haben, die die Leute auch wirklich kaufen, erklärt Borde. Aus diesem Grund ändere sich das Warenangebot auch ständig.

Anfangs verkauft der Adelberger seine Produkte größtenteils auf Märkten, „inzwischen ist das Internet ebenfalls ein Hauptvertrieb“. Bei handgemachten Produkten könne der Geschmack im Übrigen auch mal unterschiedlich ausfallen. „Das ist ein Naturprodukt, das schwankt auch mal“, findet Borde. Von Jahr zu Jahr bemerke er die Unterschiede bei der Ernte. Seiner Küche kann man Bordes kulinarische Leidenschaft ebenfalls ansehen: In einer Ecke stapeln sich die Soßen aus der Manufaktur, in der anderen mehr Gewürze, als man zählen kann.

Grillkurse als Geschmacksschule

Sein Wissen um das Kochen und seine Leidenschaft für das Grillen gibt Andreas Borde auch an andere weiter. Er bietet Grillkurse in gastronomischen Einrichtungen ebenso an, wie Privat- und Firmenkurse. Viele dieser Grillevents finden bei „GrillGott“ in Heilbronn statt, einem Partner der Manufaktur.

Wer allerdings glaubt, bei Borde werde einfach nur ein Stück Fleisch lieblos auf den Bratrost geworfen, der irrt. „Ich zaubere immer kleine Gerichte auf dem Grill“, sagt Borde stolz. Ob sardische Nudeln mit Landschwein, Spareribs mit vietnamesischem Krautsalat oder Lachsburger mit Sprossen – Borde koche „nie bloß irgendein Fleisch“. Seine kulinarischen Kreationen sind ausgefallen und oft ist Fisch oder Geflügel Teil von ihnen. Auch die Anrichtung ist ihm wichtig: „Grillen kann rustikal sein, muss es aber nicht.“

Wer einen von Bordes Grillkursen besucht, der durchläuft gleichzeitig eine Geschmacksschule. Der Adelberger will den Leuten auch erklären, wo die Zutaten herkommen und sie für deren Möglichkeiten sensibilisieren: „Wie kann man diese Gerichte mit wenigen Handgriffen zig mal abwandeln?“ Er wolle die Menschen zudem ermutigen, sich beim Kochen mehr zuzutrauen.

Auf Märkten begegnen Borde auch immer wieder die neusten Ernährungstrends. Manche wollen es vegan, andere bevorzugen Bio, wieder anderen sind regionale Produkte besonders wichtig. „Das sind Trendwellen, die kommen und gehen“, findet der Manufakturist aus Adelberg. „Das Einzige, was immer bleibt, ist Qualität.“ Dieser Anspruch sei über die Jahre hinweg immer gleich geblieben. Laut Borde höre das nicht beim Fleisch auf: Grill, Werkzeug, Soßen und Getränke – auch bei ihnen ist Andreas Borde nicht zufrieden, solange sie nicht beste Qualität haben.

Auf Wochenmärkten und im Internet

Produkte: Andreas Bordes Grillsoßen sind unter Tel. (07166) 913001 und per Mail an Nachschub@AndreasBmanufaktur.de.

Website: Auch im Internet ist die Manufaktur unter zu finden, sowie auf Facebook.

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