Eislingen/Göppingen Selbst an "ihrem Abend" im Dienst

Seit Beginn des Sommerfestivals 1994 sind Marga Nagel und Stefan Renfftlen unter anderem für den Ein- und Verkauf der Getränke zuständig.
Seit Beginn des Sommerfestivals 1994 sind Marga Nagel und Stefan Renfftlen unter anderem für den Ein- und Verkauf der Getränke zuständig. © Foto: Sabine Ackermann
SABINE ACKERMANN 25.07.2014
In einer Porträtserie stellen wir Menschen vor, die seit Jahren zum Erfolg des Sommerfestivals auf Schloss Filseck beitragen. Heute: Marga Nagel und Stefan Renfftlen.

Viele Zeilen der Anerkennung und Freude schreiben bekannte Gratulanten in der glanzvollen Festschrift zum 20. Sommerfestival auf Schloss Filseck. In Folge Johann Pfeifer, Vereinsvorsitzender von "Musik auf Schloss Filseck", Ministerpräsident und Schirmherr Winfried Kretschmann, Landrat Edgar Wolff sowie KSK-Vorstandsvorsitzender Dr. Hariolf Teufel. Und alle loben dabei die über hundert ehrenamtlichen Helfer und Schaffer, die wie Marga Nagel und Stefan "Bempfdi" Renfftlen vor, während und nach dem Festival die Ärmel hochkrempeln.

Seit Beginn der Veranstaltungsreihe kümmern sich die Göppingerin und der Eislinger um das Wohl der Gäste, sind für Ein- und Verkauf, Logistik und Präsentation der Getränke zuständig, deren Preis seit Jahren nicht erhöht wurde. Einfach nur dasitzen, die Beine ausstrecken und die Musik bewusst genießen? Das können Nagel und Renfftlen nicht mal heute an "ihrem" Abend, an dem als kleines Dankeschön für alle fleißigen Schaffer ein "Vor-Eröffnungskonzert" stattfindet.

Doch wie kamen die zwei Nicht-Uhinger eigentlich zu ihrem Job auf dem Schloss? Wie so oft, war Gerald Buß die treibende Kraft. "Du verkaufst im Hogy Milch, dann kannst du das doch auch hier machen", heuerte der musikalische Leiter im ersten Jahr Marga, Sängerin im Kammerchor Capella Novas, an, als er mitbekam, dass sich diese dort als Elternbeirats-Vorsitzende nützlich machte. Im gleichen Chor singt auch Stefan Renfftlen, der ebenfalls kurzerhand "verpflichtet" wurde, obwohl er sich bereits im evangelischen Jugendwerk als Betreuer einbrachte.

Ferner Mitglied im Filseck-Arbeitskreis, erinnert er sich, dass im Anfangsjahr der damalige Restaurant-Pächter die Getränkeversorgung noch mit Hilfe einiger Vereinsmitglieder abwickelte. Als der Pächter dann zusätzlich Helfer und deutlich mehr Geld einforderte, wurde der Verein "Musik auf Schloss Filseck" aktiv. "Das lief anfangs nämlich gar nicht rund. Man kam mit dem Einschenken nicht nach. Um die Besucher aber optimal zu bewirten, haben wir im Verein angeregt, die Pausenversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Dazu wurden Freiwillige aus Arbeitskreis und Kammerchor rekrutiert, seitdem funktioniert das einwandfrei", berichtet der Versuchsingenieur.

Getränketechnischer Hauptanziehungspunkt ist freilich der eigens kreierte Festival-Cocktail. An dem sei zwischendurch immer wieder mit verschiedenen Mischungen aus Fruchtsäften, Sekt und geheimnisvollen Zutaten experimentiert worden. Sogar ein Probetrinken, zu dem sich die Stamm-Mannschaft selbstlos "opferte", habe vor Jahren stattgefunden, bis das flüssige Aushängeschild in Geschmack und Aussehen perfekt war. "Zahlreiche Stammgäste bestätigen uns, sie würden auch oder nur wegen unserem leckeren Cocktail kommen", berichtet Marga Nagel.

Passend zum Ambiente wird ausschließlich in Gläsern und nicht in Pappbechern ausgeschenkt, und wie bei den Zutaten des Mixgetränks, kommen bei Bier, Wasser oder Saft nur regionale Lieferanten in Frage. Um lange Schlangen zu vermeiden, werden die Besucher bereits am Eingang, an der Sektbar und in jeder musikfreien Minute bewirtet. "Hoffentlich ist uns das Wetter wohlgesonnen", bangt Stefan Renfftlen. "Obwohl wir einen Teil der Getränke und des Equipments vorsorglich in der Bürenhalle lagern, ist ein Ausweichen nach Wäschenbeuren für uns alle stets mit einem großen Aufwand verbunden."