Die "Schwobakomede", ein loser Zusammenschluss von befreundeten Mundartkünstlern, brachte am Sonntagabend eine Vielzahl bekannter Künstler nach Wäschenbeuren. Ihr Ruf eilte ihnen derart voraus, dass der Mundartabend innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Bürgermeister Karl Vesenmaier eröffnete den Abend als Schirmherr mit launigen Worten und bezeichnete die Bürenhalle als "das richtige Biotop für diese Veranstaltung". Begeisterter Applaus am Ende des Abends bewiesen, dass die Veranstalter mit dem Engagement der acht Künstler und Ensembles ins Schwarze getroffen hatten. Jeder hatte 20 Minuten, um das Publikum zu unterhalten und zu fesseln. Dies gelang allen.

Mit der Kehrwoch Mafia eröffneten die beiden Musiker Buddy Bosch und Bernd "Stecki" Steckroth den Abend musikalisch, bevor sie an Wulf Wager weitergaben. Dieses schwäbische Universalgenie offenbarte seine durch die Emanzipation der Frauen stark verletzte Männerseele. Der Träger der Landesmedaille für Verdienste um die Heimat Baden-Württemberg 2015, spielt in zahlreichen Musikensembles und ist ein absoluter Kenner der traditionellen Fasnet. Aus seinem Programm "Männer send au Leut!" klärte er auf, dass Spätzle, Maultascha und Krombira bereits von den Italienern beziehungsweise den Amerikanern stammen. Tosenden Applaus erhielt er für seine Witze und Anekdoten vom begeisterten Publikum.

Friedel und Mary von den Bronnweiler Weibern brachten schwäbisches Flair aus der Reutlinger Region mit. Bei den Zuschauern längst bekannt, amüsierten sie ihr Publikum "kecklich". Dieser häufig verwendete Begriff aus der Region Reutlingen wurde in der Pause ausführlich diskutiert.

Die ehrwoch Mafia rockte die Halle ein weiteres Mal mit dem Titel "Kartoffel-Schnitz und Spätzle", gesungen auf die Melodie von "Rote Lippen soll man küssen". Mit "Kehrwoch in der Nacht" persiflierten sie Frank Sinatras "Stranger in the night". Das Publikum machte begeistert mit.

Hillu Stoll und Franz Auber brillierten als Hillus Herzdropfa und kamen frisch von der Alb aus Justingen. Als herzerfrischende Bäuerin, die auf ein Amt kommt und den Beamten kräftig verwirrt, gab Hillu Stoll den Älbler Dialekt zum Besten - unerschrocken und lebensbejahend. Beim Publikum blieb kein Auge trocken. Der Prophet gilt im eigenen Land nichts, so weiß die Volksweisheit. Markus Zipperle, die schwäbische Saugosch, wie er sich selbst bezeichnet, widerlegte diese Aussage. Wäschenbeuren lag ihm zu Füßen. "Nicht therapiebar" stand auf seinem T-Shirt geschrieben. Man glaubt es ihm gerne. Die Späße jagen einander und scheinen kein Ende zu nehmen. Mit seiner Schwabenhymne ließ er Louis Armstrong wieder auferstehen. Sein Publikum liebt ihn dafür.

Als Sanitäter traten Alois und Elsbeth Gscheidle auf. Vielen sind sie bekannt aus dem TV, der Prunksitzung in der Liederhalle Stuttgart. Als schwäbisches Ehepaar, das einander nichts schuldig bleibt, unterhielten auch sie ihr Publikum bestens. Elsbeth beeindruckte die Männer auch an diesem Abend indem sie das Weizenbierglas in einem Zug leerte. Alle Mundartkünstler vereinigten sich zum Schluss auf der Bühne zur gemeinsamen Hymne "Für emmer Schwob, des will i sei".