Reutti Schwäbisch gschwätzt ond gsonga

Der Gesangverein Reutti eröffnete den schwäbischen Abend im Feststadel.
Der Gesangverein Reutti eröffnete den schwäbischen Abend im Feststadel. © Foto: Ernst Häge
Reutti / ERNST HÄGE 09.07.2014
Einen schönen schwäbischen Abend gab es am Samstag im Feststadel in Reutti. Die 300 Besucher waren begeistert vom Programm, in dem der Poet Wilhelm Holder mit seinem Schwäbisch mächtig imponierte.

Ein blendend aufgelegter Thomas Aigner, Vorsitzender des Gesangverein Reutti, sorgte schon bei der Begrüßung zum schwäbischen Abend für gute Stimmung. So meinte der Vereinsboss doch glatt, dass Schotten, die ja als geizig gelten, nur ausgewiesene Schwaben seien. Und Schwabenfrauen gingen mit der Einkaufstasche in die Kirche, damit keiner mitkriegt, dass sie "nichts zu tun haben". Das habe zumindest der Schriftsteller Thaddäus Troll behauptet.

Mit "Höret her, jetzt isch dr Gesangverei do" eröffnete der Gastgeber den Abend der schwäbischen Laute. Recht geruhsam ging es zu bei "Probiers mal mit Gemütlichkeit". Ein feiner Gesang zeichnete den "alten Schäfer" aus, dargeboten wie immer unter der sicheren Leitung von Juliane Ronnabakk. Ein echter Männerchor ist der Liederkranz Aufhausen, den seit 15 Jahren Heidemarie Güller im Griff hat. Er ließ sich mit "Halleluja, singt ein Lied" hören. Voll ins Herz des Publikums trafen die Aufhausener beim Medly mit "Horch was kommt von draußen rein" und "Auf de schwäbsche Eisebahne". Hörenswert auch der Klassiker "Ich war noch niemals in New York". Markus Sontheimer begleitete die Vereine Reutti und Aufhausen am Klavier.

Dann kamen die Ballendorfer Stubensänger auf die Bühne. Thomas Aigner, der auch durch das Programm führte, kündigte sie damit an, dass sie "seit 30 Jahren mit ihren Auftritten das schwäbische Liedgut von seinen Klischees entrümpeln und sich als wahre Forscher des schwäbischen Humors zeigen". Die neun strammen Sänger enttäuschten ihre große Fangemeinde nicht, schon beim Einmarsch boten sie ein Bild der Geschlossenheit. Stürmischen Applaus erhielten ihre "Lompa-Liadla" unter der Leitung von Peter Scheyhing. Natürlich durfte auch der ewige Gegensatz zwischen Mann und Frau nicht fehlen.

Absoluter Höhepunkt des schwäbischen Abends war der einheimische Poet Wilhelm Holder, der mit Humor und nachdenklichen Beiträgen brillierte. So sagte der echte Älbler: "Moscht ischt für ons der beste Trost" und er weiß auch warum: "A guater Moscht ischt besser als a schlechter Wei." Pfiffig auch dieser Spruch: "Nix ischt umsonscht auf dera Welt ond wenn d et kommscht na schicksch halts Geld."

Nach einem Abend bester Unterhaltung gab es Aufmerksamkeiten für Thomas Aigner und Wilhelm Holder. Blumen überreichte Thomas Aigner an die Dirigentinnen Juliane Ronnabakk (Reutti) und Heidemarie Güller (Aufhausen).