Pedelecs verleiht die Gemeinde Zell seit Jahren. Jetzt könnte sie das in anderer Form tun. Die „RegioRadStuttgart“ sucht Gemeinden, die eine Verleihstation mit fünf Pedelecs betreiben. Das wäre mit jährlich 6900 Euro Kosten verbunden, abzüglich der Einnahmen. Die Ausleihe kostet vier Euro pro Stunde oder 16 pro Tag, letzteres gilt dann bis 3 Uhr nachts.  Ein einmaliger Zuschuss bis zu 5000 Euro ist möglich. Allerdings müsste die Gemeinde auch die Verleihstation herstellen.

Für einen solchen Verleih hatte sich die Gemeinde interessiert. Sie wollte sich die Tür offenhalten für eine Spielart von E-Mobilität und Umweltschutz, die in der Region etabliert werden soll. Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Will das der Gemeinderat?

Schon Bürgermeister Werner Link tat sich schwer damit. Mache so ein städtisches System Sinn für Zell, am Rande der Region? Wie sehe die Nutzung aus? „Fragezeichen“, sagt Link. Für das Geld könne man jedes Jahr zwei Pedelecs kaufen. Wobei sich die Gemeinde fragen müsse, wie sie mit ihren Pedelecs verfährt, die sie für einen Obolus tageweise ausleiht. Deren Akkus kämen in die Jahre. Dürnau hat seine Pedelecs schon versteigert.

Die Meinungen in der Ratsrunde lagen weit auseinander. „Man vergibt sich nichts“, meinte Hans-Ulrich Lay (Bürgerforum). Die Verluste lägen maximal bei 35­­ 000 Euro, falls es keinerlei Einnahmen gebe. Kündigen kann man nach vier Jahren. „Vielleicht hat es Vorteile, die wir heute nicht sehen.“

Marco Papatheo (Freie Wähler) fand die Idee grundsätzlich positiv. Aber für Zell sei das momentan nichts. Ob man später dazustoßen könne? Die Frage blieb offen. „Für uns bringt’s nur Kosten“, mahnte Horst Bäuerle (CDU), „und keine geringen.“ „Das einzige, was sicher ist, sind die Ausgaben“, sagt auch Karl-Heinz Bachofer (Fortschrittliche Wählergemeinschaft).

Annemarie Haußer-Ulbricht (Bürgerforum) malte aus, was mit diesen Pedelecs möglich sei: „Ich fahre für drei Euro mal nach Kirchheim. Bezahlen muss ich nur die Fahrtzeit. Dort stelle ich das Pedelec ab und fahre mit der S-Bahn nach Stuttart. Oder ich fahre zum Bäcker nach Dürnau.“

„Die Region sollte sich lieber um den Nahverkehr kümmern“, ärgerte sich Michael Dreher (Freie Wähler).  Zustimmung fand Links Vorschlag, das Thema an den Verband Raum Bad Boll weiterzureichen. Link wundert sich, dass von den Verbandsgemeinden nur Hattenhofen und Zell Interesse gezeigt hätten, Bad Boll nicht.