„Wir können es kurz machen: Sie kriegen es.“ Mit diesem Satz von Manfred Gottwald, dem Leiter des Straßenverkehrsamts im Landratsamt, ist Gammelshausen vorgemerkt für eine neue Blitzersäule, die den alten Starenkasten am Ortseingang von der Steige ersetzen soll. Wenn der Kreistag das absegnet, kommt sie nächstes Jahr. Damit wird ein großer Wunsch wahr. Eine Blitzersäule wünschten sich die Gammelshäuser bei der Bürgerversammlung im März. Die Frage war: Kann sich die Gemeinde das leisten? Bürgermeister Daniel Kohl ist glücklich über das Grüne Licht des Straßenverkehrsamtes – auch wenn’s nicht der Rund-um-die-Uhr Blitzer mit Rundum-Überwachung wird. Die Blitzersäule wird nicht „dauerscharf“ sein, sondern wie gehabt im Umlaufverfahren mit Kamera bestückt.  

Wie bei den Starenkästen auch, sagt Christian Kreidenweiß von der Bußgeldstelle des Landratsamts. Allerdings geht das erst mal in einem flotterem Turnus, weil noch nicht so viele Säulen stehen.  Diese High-Tech-Säulen können auch in beide Richtungen blitzen, wenn sie mit zwei Kameras ausgerüstet werden.  Wieweit das praktiziert wird, muss man sehen. Dann könnten sie auch Motorradfahrer erfassen, die die Steige hinaufdonnern. Ein Problem, das die Gammelshäuser speziell nervt.

Eine Kamera allein könnte zwar auch alles festhalten, was sich auf beiden Fahrspuren vor ihr tut. Aber sie könnte die Autos auf der Gegenfahrbahn nur von hinten fotografieren, man sieht den Fahrer nicht. Und so ist es nach geltendem Recht wertlos, sagt Kreidenweiß.

Wieder auf dem Tapet ist eine Verschwenkung am Ortseingang von der Steige – zusätzlich zum Blitzer oder auch alternativ, wenn der Blitzer an eine anderen Stelle kommen soll. Der Gemeinderat hat sich über die Verschwenkung erst jüngst Gedanken gemacht. Für die Verkehrsschau-Kommission liegt der Ball bei der Gemeinde. Sie müsse darlegen, was sie sich vorstelle, und dies mit dem Land als Eigentümer der Straße erörtern. Dann wäre die Verkehrsschau-Kommission zu einer fachlichen Stellungnahme gefragt. Im Raum stünden dabei hohe Kosten. Bürgermeister Kohl will das baulich und finanziell prüfen. „Vielleicht gibt es Zuschüsse.“ Hattenhofen, Dürnau und Rechberghausen haben solche Verschwenkungen schon lange. Hier wäre sie an einer Gefällstrecke. Neuerdings hört man aus Hattenhofen auch Negatives. Ein Anwohner berichtete, dass sich Fahrer einen Spaß draus machten, durch die Verschwenkung zu schießen.

Nichts wird es mit „Leitboys“ an der Auffahrt zur Steige, die Raser auch bremsen könnten. Damit meint man überfahrbare kleine Warnbaken auf dem Mittelstreifen. Die Verkehrsschau-Kommission hält das aus Sicherheitsgründen nicht für vertretbar.

Problem in der Ortsmitte: Am Zebrastreifen, der in Höhe der Straße „Im Hofacker“ über die Ortsdurchfahrt führt, gab es einen Unfall, über dessen Folgen man nichts weiß. Eine Frau wurde angefahren. Eine Anwohnerin berichtete von weiteren Gefährdungssituationen. Und zwar durch Verkehr von oben, aus Richtung Steige. Manchmal hielten Autofahrer nicht an. Manfred Gottwald setzt an der Beleuchtung an. Diese Vorfälle hätten sich nachts und bei Nässe ereignet. Jetzt bekommt der Zebrastreifen LED. 

Neue Situation in der Ortsdurchfahrt: Es gibt jetzt den fast lückenlosen Radschutzstreifen in Fahrtrichtung Gruibingen.  Bürgermeister Kohl sieht das als spürbaren Gewinn für die Radfahrer, auch für die abbiegenden vom Ort zum Schulweg nach Dürnau. „Ich denke, sie fühlen sich jetzt wohler auf der Straße.“ Die Autofahrer müssten jetzt mehr in der Mitte fahren und verhielten sich nach seinem Eindruck vorsichtiger.

Blitzersäulen halten Einzug im Kreis


Bestand Im Kreis stehe schon einige der neuen Blitzersäulen. In Gosbach an der B 466, in Donzdorf an der Messelbergstreige, in Salach an der Nordverbindung nach Süßen, in Wangen an der Straße von Oberberken, in Uhingen am Ortseingang aus Richtung Albershausen.

Geplant Gammelshausen ist für das nächste Jahr gesetzt, vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags. Weitere Standorte sind noch nicht konkret.