Süßen/Gingen Schüler gehen in den Ferien gern zur Schule

Fühlen sich sichtlich wohl: die Schüler der Ferienbetreuung in der Hohensteinschule in Gingen.
Fühlen sich sichtlich wohl: die Schüler der Ferienbetreuung in der Hohensteinschule in Gingen. © Foto: Staufenpress
Süßen/Gingen / MAREN BERTITS 06.09.2016
In der Hohensteiner Grundschule in Gingen entwickelt sich die Ferienbetreuung noch, in Süßen ist der Ablauf schon seit mehreren Jahren fast schon Routine.

Die Kinder basteln, malen und essen gemeinsam. In den Ferien zuhause sitzen und sich langweilen steht für sie nicht auf dem Programm. Nun, da die Ferien bald zu Ende sind, ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen: Wie sah es mit der Betreuung während dieser Zeit aus?

Die Schulen in Göppingen bieten schon seit ein paar Jahren die Ferienbetreuung an, die auf positive Resonanz bei den Eltern und Kindern stößt.

Anke Bulling ist Rektorin der Hohensteinschule in Gingen. „Die Schüler kommen auch in den Ferien sehr gerne her. Schon morgens beim Frühstück möchten sie direkt an ihren Werken weiterarbeiten“, sagt sie. Das Angebot während der schulfreien Zeit sei klein, aber fein, betont sie. Es könnten sich auch noch mehr Kinder anmelden, denn es seien genug Betreuer vor Ort. Neben einer gelernten Erzieherin und mehreren Sozialarbeitern helfen auch Ehrenamtliche dabei mit, den Schülern ein schönes Programm zu bieten. Die Helfer haben bereits alle mit Kindern gearbeitet.

Natürlich werden auch Vorschläge der Schüler angenommen und umgesetzt. „Soweit es das Wetter erlaubt, unternehmen wir viel draußen und besuchen zum Beispiel die Helfenstein-Ruine“, erläutert die Sozialarbeiterin Kerstin Stüven.

Wenn es mal regnet, wird in den neu umgebauten Betreuungsräumen gekocht oder gebastelt. Zum Beispiel ein selbst gemachter Fliegenschutz für Trinkgläser, die in der Mitte des Raumes auf einem Tisch stehen. Eine der Abdeckungen sieht dabei aus wie eine aufgeschnittene Wassermelone. „Bügelperlen sind momentan auch ganz groß im Rennen“, ergänzt die 46-Jährige. Einen Vorteil sehen die Helfer darin, dass hier mehr Zeit für die Bedürfnisse des einzelnen Kindes bleibt. „Da entsteht ein völlig anderer Umgang mit den Schülern“, meint Stüven. „Wir können viel besser auf jeden Einzelnen eingehen und die Kinder gehen nach den Ferien auch anders auf uns zu“, betont die Sozialarbeiterin aus Wäschenbeuren.

In den vergangenen Jahren hat die Betreuung stark zugenommen. Die Hohensteiner Grundschule verfolgt dieses Konzept erst seit 2014 und hat bisher nur positives Feedback erhalten. „Trotzdem muss sich das Programm der Ferienbetreuung etwas einpendeln“, meint die Rektorin. Seit 2014 seien die Anmeldungen jedoch stetig angestiegen. Der Wunsch nach der Ganztages- und Ferienbetreuung sei damals von den Eltern aus gekommen. Die meisten Mütter und Väter arbeiten tagsüber und werden durch das Angebot stark entlastet.

Nicht nur in Gingen läuft es mit der Ferienbetreuung rund. In Süßen gibt es sie schon seit mehr als fünf Jahren. In diesem Sommer waren 30 Kinder angemeldet. Es habe keine Probleme gegeben. „Genug Personal ist immer da. Ob Kollegen der Mittagsbetreuung oder zusätzlich Praktikanten, wenn es doch mal knapp werden sollte“, so Walter Janositz, Hauptamtsleiter der Stadt Süßen. Gefühlsmäßig steige die Anzahl der Schüler von Jahr zu Jahr. Zuerst hat die Stadt zwei Wochen Betreuung angeboten. Da die Resonanz aber immer besser geworden ist, hat man sich entschieden, die Kinder nun vier Wochen lang zu betreuen.

Die Stadt Göppingen bietet ebenfalls eine Ferienbetreuung an. Voraussetzung ist allerdings, dass sich mindestens acht Kinder an einer Schule anmelden. Sollte diese Anzahl nicht zustande kommen, können Schüler auf eine der umliegenden Grundschulen ausweichen.

Wichtig ist für alle Betreuungsangebote im Kreis Göppingen, dass es während der Ferien durch ein umfassendes Rahmenprogramm nicht langweilig wird und die Zeit genutzt werden kann, um gut ins neue Schuljahr zu starten.